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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 217

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 217)
Language
German
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Jul ten von Wissen zu verstehen haben. Denn hauptsächlich die innige Berührung* mit den bildungsbeüissenen Arabern hatte die Anregung gegeben, das philosophische System des Judentums allmählich zu entwickeln, indem die Anfänge desselben sieh mehr oder weniger an die beiden Arabern übliche Methode des sogenannten Kaläm anlehnte1), sie gab ferner der jüdischen Poesie das Versmass, das Dunasc 11 ben Labrat auszugestalten anfing, und durch sie endlich ist eine eindringende, grammatische Behandlung der hebräisc! en Sprache ermöglicht worden. An arabischen Vorbildern nämlich lernten die jüdischen Sprachgelehrten die Dreibuchstabigkeit dir Wurzeln nebst den Eigentümlichkeiten der schwachen- und Dopptvlaute kennen, was z. t. wohl schon der eben erwähnte Dunasch ben Labrat erfasste2), Juda ben David Hajug aber in systematischer Weise ausgeführt hat3). Neben dieser einen Seite des durch arabischen Einfluss hervorgerufenen Studiums der hebräischen Sprache ist aber besonders bemerkenswert das Streben der jüdischen Lexicographen und Exegeten, die durch unendliche Wortfülle und Reichtum ausgezeichnete arabische Sprache für die Aufhellung dunkler Worte in dem eigentlich nur beschränkten hebräischen Sprachschatz nutzbar zu machen. Es ergibt sich von selbst, welch grosse Bedeutung dies zugleich für das Verständnis des Textes unserer heiligen Urkunden, der Bibel, in sich schliesst, da die richtige Erfassung eines Wortes oft für den Sinn eines ganzen Satzes, resp. des Zusammenhanges, ausschlaggebend ist. Es zeigt sich hierbei aber auch der weite, verständige Blick unserer alten Lehrer, die in Befolgung des Psalmwortes 1U)J>9 Belehrung von allen Seiten nahmen, auch wo sie die Zeugnisse ג) Vergl. hierüber Schreiner, der Kaläm in der jüdischen Literatur» Berlin 1895. 2) Vgl. hierüber meine Ausführungen gegenüber Porges, in ״Studien über Dunaschs Kritik gegen Saadia“, Monatsschrift etc. Jahrgang 46 p. 72 fgg. und Bacher ibid. p. 486. 8) Hajugs Werke über die doppel- und schwachmütigen Verba liegen uns in zwei hebräischen Uebersetzungen von Abraham ibn Esra und Mose ibn Chiquitilla vor (erstere ediert von Dukes im 111. Band der Beiträge zur Geschichte der ältesten Auslegung des A. T., Stuttgart 1844, letztere edierte W. Nutt London 1870). Das arabische Original gab heraus M. Jastrow Leiden 1897.

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