Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 216)
- Language
- German
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Übersicht über die hebräisch-arabische Sprach- Vergleichung bei den jüd. Autoren des Mittelalters, mit besonderer Beziehung auf die Geschichte der Exegese. Von Rabbiner Dr. Eppenstein in Briesen, Westpr. Wie im Leben von einzelnen Menschen kann man auch in der Geistesgeschichte der Völker von einer Vergeltungstheorie sprechen. Eine Bewahrheitung dieses Grundsatzes sehen wir in dem gegenseitigen Verhältnisse zwischen Juden und Arabern. Der infolge vielfacher Beeinflussung durch jüdische Kreise entstandene und mit mannigfachen jüdischen Elementen durchsetzte Islam, der mit seinem reinen Tanhid, d. 11. Bekenntnis des einzigen Gottes, dem Judentum so sehr nahe steht, hat an dieser, als der eigentlichen Mutter, durch Befruchtung und Erweiterung mancher Wissensgebiete, reichliche Vergeltung geübt. Musste die Mutter auch mitunter die überlegene Macht des Kindes, dem die staatliche Gewalt des Khalifats zur Seite stand, bitter fühlen, — wenn auch nicht in so hohem Masse, wie von der älteren durch Esaus Macht gross gewordenen Tochterreligion —, so kann doch der Einfluss, der von den Nachkommen Ismaels ausging, da er auf das Geistesleben der jüdischen Gemeinschaft von nutzbringender Wirkung war, als ein heilsamer angesehen werden. Wenn uns die im Midrasch niedergelegte Erzählung berichtet, dass die Araber den in das Exil ziehenden jüdischen Stammesgenossen totbringende Speisen und Getränke gereicht haben, so haben die durch Einwirkung des Judentums zum Islam bekehrten Nachkommen Ismaels später der jüdischen Diaspora gar köstliches Brod und labende Getränke geboten, wenn wir unter die• sem Bilde, nach den Worten der Bibel, die Belehrung und das Darbie-