Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 196)
- Language
- German
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192 noch den heftigen Widerspruch des damals in Israel wirkenden Propheten Samuel zu überwinden hatte (vgl. I Sam. 9); einen Widerspruch, der wenigstens prinzipiell die Billigung Gottes findet und nur durch Gottes Entscheidung zu Gunsten des Volkswunsches besiegt werden kann (das. V. 7). Dann aber entwirft Samuel dem Volke noch ein Schreckensbild von den zu erwartenden Taten ihres Königs, welches weniger willensstarke Gemüter als die Nachkommen der Männer, deren קשי עורף schon Moscheh anerkannt hatte, sicherlich in ihrem Entschlüsse wankend gemacht hätte (das. V. 11—18). Und das gegenüber einem Wunsche, der nicht allein berechtigt, dessen Unterlassen straffällig, dessen spätes Hervortreten auffällig erscheinen muss?! In seiner ablehnenden Haltung gegenüberdem Volkswunsche hat Samuel aber schon einen Vorgänger, Gideon. Von ihm erzählt das Richterbuch (Kap. 8 V. 22): ״Und es sprach Israel wie ein Mann zu Gideon: herrsche über uns, du und dein Sohn und deines Sohnes Sohn, denn du hast uns errettet aus Midjans Hand. Aber Gideon sprach: nicht ich will herrschen über euch, noch soll mein Sohn über euch herrschen; der Ewige soll herrschen über euch.“ Dass es sich hier um ein Angebot der Königskrone handelt, erhellt aus der Erblichkeit, die vorgeschlagen wird; für die Richterwürde erscheint ein solches Angebot unverständlich. Auffallender Weise aber lehnt Gideon fast mit denselben Worten wie Samuel den Antrag unter Hinweis auf Gott als den König Israels ab, als* schlösse dieser Hinweis die Möglichkeit eines irdischen Königs in Israel aus. Die Schwierigkeiten sind so handgreiflich, dass sie unmöglich dem Auge der Oommentatoren — jüdischen wie christlichen — entgehen konnten. Die einen finden das Unberechtigte nicht sowohl in dem Verlangen nach einem Könige an sich, sondern in der Motivierung dieser Forderung. Tn den Worten והיינו גם אנחנו ״ ככל הנויםauch wir wollen sein gleich allen Völkern״ finden sie die Absicht, fremdem Götzendienst Eingang zu verschaffen, enthalten; eine Ansicht, die in einer anderen Wendung desselben Kapitels ihre Stütze findet. Da nämlich Samuel sich im Gebet an Gott wendet, spricht Gott zu ihm: ״Ganz wie die Taten, die sie getan vom Tage, da ich sie herausführte aus Egypten und bis zum heutigen Tage, da sie mich verliessen und fremden Götterp