Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 165)
- Language
- German
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161 sich dadurch auch verleiten lassen, zu emendieren, so laufen seine anderen Ausführungen geradezu darauf hinaus, den Leser irre zu führen. Bacher sagt, dass man dadurch ,,es vermeidet, die Epoche, in der Raba gelebt hat, soweit in das dritte Jahrhundert hinaufzuschieben, wie es Halevy tut“ Der Leser muss dadurch auf den Glauben kommen, dass durch Halevy dem Raba ein unnatürlich langes Leben zugeschrieben wird. Die Sache verhält sich aber gerade umgekehrt. Erst durch Halevy erhält die Lebenszeit Rabas eine natürliche Abgrenzung. Denn nach allen Chronologen starb Raba 4112=352. Nur, wenn wir Raba soweit in das dritte Geschlecht hinaufschieben, wie es Halevy tut, d. h• dass er beim Tode R. Jehudas, der nach allen Chronologen 4060= 300 erfolgte, über 20 Jahre alt war, erhalten wir für sein Leben die vollständig natürliche Grenze von etwa 72 Jahren. Schiebt man sein Leben nicht soweit hinauf und glaubt man, wie man es bis Halevy tat, dass Raba erst nach dem Tode des R. Jehuda geboren wurde, so müsste er in der Blüte seiner Jahre gestorben sein. — Allein noch mehr resultiert dies in Bezug auf Abaje. Es ist jedem Talmudkenner bekannt, dass Abaje und Raba seit ihrer zartesten Jugend mit einander verkehrten, dass sie also etwa gleichaltrig waren; ebenso unbestritten ist, dass Abaje 13 Jahre vorher starb. Schieben wir das Leben Rabas nicht so weit in das dritte Zeitalter hinauf, wie es Halevy tut, so ergäbe sich, dass Abaje schon vor seinem vierzigsten Lebensjahre starb, während er nach Rosch Haschanah 18a 60 Jahre lebte. Nach Halevy stimmt das vollständig, und ebenso fügen sich dem von selbst in Klarheit die Stellen in Ketubot und Jebamot ein, aus denen hervorgeht, dass der Sohn Rabas noch den R. Joseph gekannt habe. Dies alles ist klar, deutlich und natürlich, trotzdem erlaubt sich Bacher zu emendieren, und warum? Um es dadurch unnatürlich und unklar zu machen. Bacher will auch hier beim Leser den Glauben erwecken, als ob die ganze Forschung Haievys bezüglich Rabas auf dem einzigen Beweis von Jebamot und Ketubot beruht, und dass man mit dem Fallen dieses Beweises nicht nötig habe, das Leben Rabas soweit hinaufzuschieben, wie es Halevy tut. Wir haben bereits aus dem Obigen gesehen, dass Halevy nicht darauf allein baut. Noch weiteres geht aus dem D. H. S. 475 dg. hervor. Wir wollen aus der 11