Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 113)
- Language
- German
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100 Forscherkraft Halevys zu geben, die überall und hier besonders hervortritt, wollen wir Halevys Ausführungen auf 8. 202 zitieren. Voher wollen wir jedoch die beiden bezüglichen Talmud־ stellen anführen. Im Babli heisst es (Berachot 63): ״R. Safra berichtete, dass R. Abahu erzählte: Als R. Chananja, der Brudersohn des R. Josua, nach Babylonien kam, setzte er Schaltjahre fest und bestimmte die Neumonde im Auslände, da schickte man zu ihm 2 Gelehr־ te, den R. Jose b. Kippar und den Enkel des R. Secharia b. Kebutal. Als er sie sah, fiagte er: ״Warum seid ihr gekommen?“ Sie erwiderten: ״Thora zu lernen sind wir gekommen“. Da rief er in Bezug auf sie aus: ״Diese Männer sind hervorragende Vertreter ihres Geschlechtes und ihre Väter haben im Heiligtum gedient . . “ Nun begann er für rein zu erklären, sie aber für unrein, er verbot, sie erlaubten, da rief er aus: ״Das sind Männer der Falsch־ heit, der Nichtigkeit“. Sie jedoch sagten: ״Du hast bereits auf־ gebaut und kannst nicht wieder niederreissen, du hast umzäunt und kannst nicht zerstören.“ Darauf fragte er: ״Warum habt ihr das, was ich für unrein erklärte, für rein erklärt, was ich für verboten betrachtete, für erlaubt betrachtet?“Da sagten sie: ״Weil du Schaltjahre und Neumonde im Auslande festsetzt.“ Er entgegnete: ״Auch Akiba b. Joseph tat dieses“, worauf sie erwiderten: ״Lasse Akiba b. Joseph! Er liess keinen, der so gross war wie er, in Palästina zurück.“ ״Auch ich“, sagte er, ״liess keinen zurück, wie ich war“. Da entgegneten sie: ״Die Lämmlein, die du zurückgelassen hast, sind zu Böcken mit starken Hörnern geworden; sie schicken uns zu dir “ Im Jeruschalmi dagegen (Sanh. I, 2 und Nedar. VI, 8) heisst es: ״Im Ausland darf man kein Schaltjahr festsetzen, hat man es doch gethan, so gilt es trotzdem als Schaltjahr. Das ist aber nur dann der Fall, wenn die Festsetzung in Palästina möglich ist. Wenn aber die Festsetzung nicht möglich ist, so darf man auch im Ausland das Schaltjahr bestimmen. Jirmija bestimmte es im Auslande, ebenso Jecheskel und Baruch b. Nerija. Chananja, der Brudersohn des R. Josua, setzte das Schaltjahr im Auslande fest, da schickte man drei Briefe zu R. Jizchak und R. Nathan. Der eine war geschrieben für die Heiligkeit Chananjas, der zweite ent־ hielt: Die Lämmlein, die du zurückgelassen hast, sind Böcke ge־