Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 112)
- Language
- German
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108 an historischen Kenntnissen bei den vorhandenen Namen sich nicht Klarheit verschaffen konnte; nachdem aber Halevy diese Klarheit durch seine Untersuchungen schuf, zeigt sich von selbst die Richtigkeit unseres Talmudtextes. Ebenso verhält es sich auch hier. Man wusste nichts mit den in unserem Texte vorhandenen Namen anzufangen, weil man von der gleichzeitigen Existenz R. Chananjas und R. Nathans in Babylonien nichts wusste, und änderte. Halevy aber beweist aus anderen Stellen die historische Wahrheit der Sache, und von selbst ergibt sich dann die Richtigkeit unseres Textes. Es liegt gerade in solchen Ein- Wendungen ein Mangel an historischem Fühlen. Statt anzuerkennen, dass die Richtigkeit der Forschungen durch den von selbst sich ergebenden Talmudtext, der keiner Aenderung bedarf, ja, den eine Aenderung geradezu entstellen würde, erhärtet wird, sucht man, nur um Einwendungen zu machen, hier und dort, der eine dies, der andere jenes zu ändern. Da Halevy durch anderweitige Beweise die gleichzeitige Existenz R. Chananjas und R.Nathans in Babylonien dartut, ergibt sich die Richtigkeit unseres Talmudtextes von selbst. 11. Nun kommen wir zu einer Stelle, in welcher sich Bacher nicht gegen einen einzelnen Nebenbeweis Halevys wendet, sondern gegen die Sache selbst. Er führt aus: ״S. 202. Der Babli (Berachot 63) und der Jeruschalmi (Nedarim 40a, Sanhedrin 19a) berichten parallel von der Sendung palästinensischer Autoritäten an Chananja, den Neffen des Josua b. Chananja (s. Ag. der Tan. 1 p. 390 flg). Halevy vereinigt die beiden Berichte, indem er annimmt, dass selbst nach dem Jeruschalmi die Boten nicht die dort genannten Jizchak und Nathan sind, sondern die weniger bekannten, im Babli genannten Jose b. Kipper und Sacharia b. Kebutal, während Jizchak und Nathan, welche in Babylonien wohnten, die Botschaft empfingen und sie an Chananja übermittelten. Ich will hier nicht im einzelnen über diesen Ausweg diskutieren. Allein ein Punkt muss als wichtig hingestellt werden, nämlich dass in dem Berichte des Jeruschalmi so, wie er sich vor uns befindet, das Wort ואוקרון »er ehrte sie“ sich nur auf die dort erwähnten Tannaim Jizchak und Nathan und nicht auf die nur im Babli erwähnten Boten beziehen kann. Der Jeruschalmi kennt nur Jizchak und Nathan als Ueberbringer der Botschaft an Chananja.“ Um dem Leser selbst einen Einblick zu gewähren und so ein richtiges Urteil herbeizuführen, um ferner einen Beweis der