Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 111)
- Language
- German
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107 R. Joschia aus Huzal war der Vater des R. Achai bar Joschia und nicht der Sohn, der nirgends zu finden ist. 9. ״S- 184. Halevy zitiert Stellen, in denen sich Kontroversen zwischen R. Joschia und R. Nathan vorfinden. Aber an diesen Stellen ist, wie so oft, R. Nathan eine Abbreviatur für R. Jonathan (s. Ag. der Tan. 11 p. 353), und selbst für Sabbath 108a wissen wir durch Rabbinowitz (D. Sof. 7 p. 236), dass das Münchener Manuskript und ein anderes in Wirklichkeit R. Jonathan und nicht R. Nathan haben.“ Bacher will hier die zahlreichen Stellen zurückweisen, die Halevy anführt, um zu zeigen, dass R. Joschia gegen R. Nathan polemisiert. Er macht sich die Sache aber sehr leicht, kurzer Hand behauptet er, dass überall statt R. Nathan R. Jonathan zu lesen sei. Warum, gibt er nicht an, scheint ihm auch gleichgültig zu sein. Schreibt Halevy R. Nathan, so ist es R. Jonathan, schreibt er R. Jonathan, so ist es R. Nathan, und so geht es mit allem. 10. ״S. 191. Halevy zitiert die Anekdote aus Chullin 47b, welche mit den Worten beginnt: ר' הנינה(?‘) הלש על לגביה ר' גחן וכל גדולי הדור, und er nimmt ohne weitere Untersuchungen an, dass ר' חנניה der Neffe des Josua bar Chananja, dass R. Nathan der bekannte Tanna ist und dass die Sache sich in Babylonien ereignete. Allein alle Manuskripte und auch die alten Zitierungen haben nicht חנניה, sondern הנינא, und an Stelle des ר' נהן hat ein Manuskript (und auch der Or Sarua) ר' יוחנן (aus diesem Worte hat ein Irrtum ר' יונתן gemacht, und dies wurde abgekürzt zu ר' נתץ) S. D. Sof. z. St (16 p. 52b). ln der Anekdote handelt es sich also um den Amora Chanina bar Chama, der Besucher ist der berühmte R. Jochanan und die Sache trug sich in Sepphoris zu. Die Besuche, welche R. Jochanan seinem Lehrer Chanina anlässlich seiner Krankheit machte, werden uns in gleicher Weise anderswo berichtet (s. Ag. der pal. Am. I p 6 u• flg).‘* Dass in den Manuskripten abweichend von unserem Talmudtexte הנינא nicht חנניה steht, ist belanglos, denn die Abschreiber machten zwischen diesen Namen keinen Unterschied. Hauptsächlich handelt es sich hier um R, Nathan, und selbst Bacher gibt zu, dass in allen Manuskripten ausser einem und auch in unserem Talmudtexte R. Nathan steht. Die Lesart R. Nathan ist also die riehtige. Mit R. Nathan kann aber kein anderer als R. Chananja verkehrt haben. Halevy führt an vielen Stellen aus, dass man im Talmudtexte oft Aenderungen machte, weil man aus Mangel