Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 100)
- Language
- German
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96 selbst, als Einwendungen gegen Halevy sind. Wir wollen sie der Reihe nach ohne Ausnahme durchgehen und sine ira ausschliesslich die Logik sprechen lassen. Das Urteil über die Richtigkeit der Ausstellungen können wir dann getrost dem Leser überlassen. 1. Bacher beginnt: S. 13. Halevy zitiert, um die Zeit, in welcher Simon bar Jochai gelebt hat, zu bestimmen, die Baraita, welche mit den Worten beginnt מעשה בתלריד אהד und gibt als Ende der Baraita die Worte an ואותו תלמיד ר' שמעון בן יוהי הודז. Allein diese Worte gehören nicht mehr zur Baraita, sie sind an das Ende des ganzen Stuckes als anonyme Angabe des Talmuds gestellt und nur aus diesem Grunde ist das aramäische הוה (nicht יה") gebraucht. Diese Angabe, welche auf irgend einer Schulmeinung beruhte, kann nicht als exakte Geschichtsquelle angesehen werden (s. Frankel, Darkhe Mischna p. 168; Agada der Tannaiten TI p. 70 u. f.), kann also dement׳ sprechend nicht zu chronologischen Folgerungen dienen.“ Dass der Zusatz ואותו תלמיד ר' שמעון בן יוחי הוה hoch zur Baraita gehöre, davon steht im D. H. kein Wort. Der Beweis betreffs der Lebenszeit des R. Simon ben Jochai wird ausschliesslich aus dem Talmud erbracht. Im ganzen stellt aber hier Bacher eine wunderliche Behauptung mit dem Satze auf, dass eine Angabe des Talmuds zu exakter Historiographie und zu sicheren chronologischen Schlüssen in Bezug auf die Tannaim nicht verwandt werden kann. Ist es nicht der krasseste Widersinn, in den man sich verwickelt, wenn man einerseits aufR. Scherira, der an 700 Jahre nach den Tannaim lebte, felsenfest baut, dagegen den Angaben des Talmuds, dessen Lehrer unmittelbar auf die Tannaim folgten, und die im ganzen nur einen Zeitraum von etwa 200 Jahren umfassten, bei dessen Abschluss ausserdem die Gelehrten Gesamt-Israels versammelt waren, so weit Misstrauen entgegenbringt, dass man behauptet, sie könnten nicht zu exakter Historiographie und sicheren chronologischen Schlüssen verwandt werden? Welche Quelle hat man denn sonst für das Leben der Tannaim, wenn man den Talmud verwirft? Bacher bezieht sich hier auf Frankel, Darke Hamischna, S. 168, auf dem er auch in der zitierten Stelle der Ag. der Tannaiten fusst. Frankel bemerkt dort: לפי המאמר הנמצא בבבלי שאל בבחרותו שאלה מי' יהושע בענין תפרה ערבית ושאל ג״ב השאלה זאת מי־״ג ויותר מזה לא מצינו שראה פני ר״ג ור' יהושע או דיבר עמהם וגם במאמי־ הגזבר יש קצת