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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 96

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 96)
Language
German
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92 wird S. 13 ff. seines Werkes diese Ansicht Rappoports zurückgewiesen und dargetan, dass Alles zur selben Zeit stattfand. Was aber tut Grätz! Er behauptet, dass das Ganze erst spät, etwa 35 Jahre nach Bettar, sich ereignet habe und bezieht sich dabei auf Rappoport, der es bewiesen habe. Da er aber zugleich behauptet, dass in der Talmudstelle nur ein Bericht enthalten sei, so übersieht er, dass dann auch nach seinem Gewährsmanne Rappoport das Ganze sich nur zur Zeit Bettars bezw. Hadrians zugetragen haben könne. Aber noch mehr. Grätz will nicht, dass R. Simon ben Jochai zur Zeit Hadrians tätig war, weil er damals noch zu jung war. Da sich aber im Talmud eine Erzählung vorfindet, in der uns berichtet wird, dass R. Jehuda bar Schammua, ein Schüler R. Me'irs, in einer Privatsache tätig war, meint er, dass es dieser R. Jehuda bar Schammua war, welcher die Aufhebung der Hadrianischen Verfügungen erwirkte. Also R. Simon ben Jochai war es nicht, denn er war noch zu jung, es war sein Schüler R. Jehuda bar Schammua. (Bekanntlich waren R. Me’ir und R. Simon ben Jochai Kollegen). Allein abgesehen von alledem. Halevy fragt noch, wo bleibt bei Grätz das Gefühl für das Wesen der Weltgeschichte. Die Tätigkeit des R. Kuben und R. Simon wickelte sich in Rom selbst, vor dem Senate, ja vor dem Kaiser ab; daraus geht hervor, dass es sich um eine Sache von allgemeiner Bedeutung handelte, wie es die Aufhebung der Hadrianischen Verfügungen war. Dagegen trägt die Sache des R. Jehuda bar Schammua den Stempel einer Privatsache an sich, es handelte sich um eine Abhülfe bei einer lokalen Verfolgung. Man zog damals bei Nacht umher und rief aus: ,,Sind wir nicht alle Brüder .... warum soll man uns verfolgen?“ Grätz aber bringt es fertig, das Ganze umzukehren. Die Verfolgung Gesamt-Israels lässt er durch das nächtliche Klagen in einer Stadt Palästinas und die Lokalsache durch Eintreten bei Senat und Kaiser zur Abstellung bringen. Ist auch hier der Ausruf Halevys zu scharf? ״Nur die jüdische Wissenschaft konnte ihre wunderbare Geschichte so zertreten und zersetzt auf ihren Schultern tragen.“ Wir haben hier nur aus den ersten Blättern des zweiten Teiles des Halevyschen Werkes Einiges herausgegriffen, aus dem

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