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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 94

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 94)
Language
German
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90 Desgleichen auf S. 3. Grätz will, um zu zeigen, dass es unmöglich sei, nach den! Midrasch und Kidduschin 72 anzunehmen, dass Rabbi im Todesjahr R. Akibas geboren sei, sich auf Krochmal stützen, der nach ihm bewiesen habe, dass damals selbst der Vater Rabbis, R. Simon ben Gamliel, erst 6 Jahre alt war. Allein abgesehen davon, dass Krochmal nach den Darlegungen Halevys irrte, hat selbst, wenn Krochmal recht hätte, Grätz dessen Worte nicht verstanden. Nicht nach Beendigung des Bettarkampfes war nach Krochmal R. Simon ben Gamliel 6 Jahre alt, sondern 13 Jahre früher. Eine solche leichtfertige Forschungsart benutzt Grätz, um für die Zeit Rabbis, des Redaktors der Mischna, die Grundlage zu legen und den präzisen Angaben des Midrasch und des Talmud Kidduschin zu widersprechen. Oder auf S. 37 des Dor.-Har. Grätz behauptet, dass R. Jochanan deshalb bei dem Patriarchen R. Jehuda Nessia in Gunst stand, weil er ihm mit seiner Gelehrten-Autorität in drei erleichternden Verordnungen zur Seite gestanden hätte, während die Babylonier Rab und Samuel dagegen gewesen wären. Allein abgesehen davon, dass Grätz nicht weiss, dass R. Jochanan zu dem Geschlechte nach R. Jehuda Nessia, zu dem der Jünger des R. Jehuda Nessia gehört, was übrigens alle Forscher bis Halevy nicht wissen, hat er noch hier einen unglaublichen Fehler gemacht, durch den er obendrein noch den Gelehrten des babylonischen Talmuds etwas am Zeug flicken will. Es ist gerade umgekehrt der Fall. R. Jochanan widerspricht in allen 3 Entscheidungen der Ansicht R. Jehuda Nessias, während Rab und Samuel vollständig mit dem Patriarchen übereinstimmen. Wahrlich es wird es niemand scharf genug finden, wenn Halevy in Bezug darauf sagt: ״Das ist etwas Neues in der Wissenschaft, dass man Dinge ausklügelt ohne Wissen.“ Nicht besser steht es um die Behandlung einer Frage von allgemeiner Bedeutung, mit der sich Frankel, Grätz und Weiss beschattigen. Alle drei wollen behaupten, dass Rabbi im Talmud Babli nicht ausschliesslich R. Jehuda Hanassi, sondern auch► dessen Enkel R. Jehuda Nessia sein könne. Diese willkürliche Behauptung,

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