Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3486266-3486269--0425-3486785- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
88 schlechtes nach Rabbi nichts wussten! Noch mehr. In den betreffenden Kapiteln, welche etwa die ersten 64 Seiten des Dor.-Har.1} umfassen, und in denen sich Halevy mit jenem bisher unbekannten Geschiechte beschäftigt, werden ausserdem fast auf jeder Seite unverzeihliche Fehler jener Gelehrten, Fehler der gröbsten Art, nachgewiesen. Wir wollen einiges herausgreifen. Auf Seite 3 zeigt Halevy, dass Grätz, welcher den Patriarchen Rabban Gamliel in Jabne im Jahre 117 gestorben sein lässt, den darauf folgenden Abschnitt, der über den Sohn Rabban Gamliels, Rabban Simon ben Gamliel, handelt, auf der Grundlage aufbaut, dass zur Zeit Bettars, im Jahre 135, dieser Sohn ein Kind von 6 Jahren war, also dass der Sohn 18 Jahre nach dem Tode des Vaters 6 Jahre alt gewesen sei. Ist es zu scharf, wenn Halevy in Bezug darauf sich ausdrückt: ״Es scheint uns, dass selbst, wenn solches nicht als jüdische Geschichte, sondern als Erzählung geschrieben wäre, Grätz genauer auf seine Worte hätte achten müssen 2).a Desgleichen ist auf Seite 2 des Dor.-Har. erwähnt, dass Frankel einen solchen Wirrwarr in den Gelehrten-Geschlechtern nach Rabbi schuf, dass er aus 3 Geschlechtern eins machte. Er zählt Bar Kappara, R. Chija, R. Hoschia, R. Jannai, R. Jochanan u. s. w. zu e i n e m Geschiechte, trotzdem es allgemein bekannt ist, dass R. Hoschia der Schüler des R. Chija und Bar Kappara, und R. Jochanan der Schüler R. Hoschias war, dass sie mithin 3 Geschlechter darstellen. Oder auf S. 9 derselben Abhandlung im Dor.-Har. Grätz führt aus, dass man bei Antoninus und Rabbi nicht, wie alle Baraitot es aussagen, an Rabbi Jehuda Hanassi, den Redaktor der Mischna, sondern an seinen Enkel R. Jehuda Nessia und dementsprechend an Alexander Severus zu denken habe. Rabbi Jehuda Hanassi könne es nicht sein, denn der zu seiner Zeit lebende Antonin Marc Aurel wäre (so will es Grätz) kein Freund der Juden gewesen, und die Nachfolger Marc Aurels lebten bereits nach Rabbi Jehuda Hanassi. Nun versieht aber Grätz selbst Es ist im folgenden, wenn nichts Anderes angegeben ist, stets auf den zweiten Band des D. H. Bezug genommen. 2) S. 5.