Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 90)
- Language
- German
- Belongs to
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86 Quellen in den Werken der oben genannten Autoren aufgedeckt hat und welche man ohne Vorbehalt als solche anerkennen muss.“ Desgleichen auf S. 150: ״Halevy hat zahlreiche und grobe Irrtiimer in der Darstellung und der Beweisführung seiner Vorgänger nachgewiesen und er hat gezeigt, wie sie oft genug die Quellen schlecht interpretiert und unvollkommen benutzt haben.“ Wir haben alle diese Stellen zitiert, weil sie allein schon, wie wir glauben, eine Antwort auf das enthalten, was Bacher zu Beginn seiner Besprechung bemerkt. Er beginnt: ,,Herr Isaak Halevy hat die Veröffentlichung seines grossen historischen Werkes mit dem Ende begonnen. Vier Jahre nach dem Erscheinen des dritten Teiles, welcher die Periode vom Abschluss des Talmuds bis zu den letzten Geonim enthält, erhalten wie den zweiten Teil, welcher den doppelten Umfang des vorhergehenden hat, und welcher von der Vollendung der Mischna bis zum Abschluss des Talmuds reicht. In der kurzen Vorrede zum dritten Teil er׳ klärt der Autor, dass es überflüssig wäre, eine Einleitung über den Zweck und die Methode seines Werkes zu machen, weil die jüdische Geschichts- Wissenschaft (חכמת דברי הימים לבני ישראל), hauptsächlich in den Perioden der Tannaim, Amoraim, Saboraim und Geonim, noch in ihren Anfängen sich befindet Das, was bis jetzt auf dieser Domaine gemacht worden ist, kann nur als ein Versuch betrachtet werden, dazu dienend die Grundlage zu legen. Eine neue Arbeit braucht also weder Rechtfertigung noch Ent׳ schuldigung. Diese wenigen Worte der Vorrede bezeichnen die Stellung, welche der Autor seinen Vorgängern gegenüber einnimmt, aber sie lassen keineswegs die Art der Kritik ahnen, welche er in Bezug auf sie in Anwendung bringt, und den Ton, welchen er gebraucht. Wenn ich diesen Punkt in der Rezension, welche ich über den zweiten Teil erstatte, hervorhebe, so geschieht es, um die hervortretende Eigenheit dieses Werkes hinsichtlich der Form anzugeben. Das Buch Halevys und das ist noch mehr beim zweiten als beim dritten Teile der Fall, ist trotz seiner Ausdehnung und seines bemerkenswert reichen und wichtigen Inhalts eine Anklage gegen die moderne jüdische Wissenschaft. Halevy kritisiert nicht nur mit Schärfe und ohne Schonung diejenigen, welche vor ihm die historischen Fragen, mit denen er sich beschäftigt, behandelt haben, sondern er verbindet mit seiner Kritik in einer constanten und ermüdenden Weise böse, mitunter wahrhaft giftige Angriffe gegen diese ganze jüdische Geschichtswissenschaft, welche wir als eine der bedeutendsten Errungen•־ schäften des 19ten Jahrhunderts zu betrachten gewohnt sind. Es genügt hm nicht, die Irrtümer und Fehler von Rappoport, Frankel, Weiss und Grätz — er beschäftigt sich nicht mit weiteren Historikern — richtig zu stellen, sondern er zieht auch daraus den Schluss, dass alle wissenschaftlichen Untersuchungen der deutschen Gelehrten (חכמי אשכנז ist bei ihm der Sam-