Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 79

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 79)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3486266-3486269--0412-3486772
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

75 doch aus unbekannten Gründen nicht verwirklichte m). Mit Recht aber mussten die Angehörigen R. Akiba Egers je länger, desto mehr darauf bedacht sein, ihrem grossen Familienhaupte ein neues, grösseres Rabbinat zu sichern, zumal in dieser vielbewegten Zeit auch in Mk. Friedland sich ernste und bedenkliche Veränderungen vollzogen. Durch seine immer zahlreicheren Beziehungen zur Metropole der neuen Kultur hatte es nicht nur in seiner inneren Entwickelung Fühlung gewonnen mit dem daselbst herrschenden Geiste und naturgemäss dadurch R. A. Egers Aufgaben und Be- Strebungen erschwert, sondern auch in seinem äusseren Bestände einen erheblichen Rückgang erfahren. Hatte doch das Emaneipationsedict vom 11. März 1812 nicht nur den preussiscben Juden die staatsbürgerlichere Gleichberechtigung und mit der Freizügigkeit eine freiere Entfaltung gebracht, sondern auch einen unstill־ baren Drang, die Kleinstadt mit der aussichtsreicheren Grossstadt zu vertauschen, gezeitigt. Bald jedoch sollte R. Akiba Eger ein ungleich bedeutenderer Wirkungskreis beschieden sein, indem die Grossgemeinde Posen bei Wiederbesetzung des Rabbinats bereits März 1814 ihre Blicke auf den Friedländer Gaon lenkte; aber erst nach D/2 Jahre währenden Kämpfen konnte sie — wie im nächsten Kapitel dargelegt werden soll — seine Wahl durchsetzen, nachdem R. Akiba 2472 Jahre, bis zum 15. September 1815, in M. Friedland zum Segen seiner engeren und weiteren Gemeinde gewirkt hatte. Bis an sein Lebensende hat jedoch R. Akiba Eger des anhänglichen und opferfreudigen M. Friedland, seiner Liebe und Verehrung gegen ihn, in Dankbarkeit gedacht, wie andererseits dieses nicht nur auch nachher aus der Ferne den bewährten Rat seines grössten Rabbiners einholte, sondern auch über seinen Tod hinaus bis auf die Gegenwart, in treuer Würdigung seiner unvergänglichen Verdienste und unersetzlichen Seelengrösse, ihm ein verehrungsinniges, pietätvolles Andenken wahrte (S. Anhang IX). Fortsetzung folgt. 86) Es wurde an seiner Statt R. Elasar b. Arje Löb, Verf. des שמן רוקה, der bereits früher diese Stelle inne gehabt hatte, gewählt S. שמץ רוקה Hl• Einl.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.