Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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53 übte, trotzdem das General-Privilegium ihm nur ״eine Art rechtlieber Cognition per modum arbitrii* zustand, sowie durch seine Teilnahme bei Ausstellung des Attestes für diejenigen, die von neuem angesetzt zu werden ,wünschten, nicht unerheblich erhöht. Auch hatte der Rabbiner die Aufsicht bei der Wahl der Verwaltungsbeamten der Gemeinde. ״In allen Sachen, welche der Rabbi mit seinen Assessoren verhandelt,— heisst es in der Instruktion, Punkt 9, — ״sind die Vorfälle nach dem meisten Sinn zu entscheiden, und müssen darüber ordentliche Protokolle gehalten und verwahrlich niedergelegt werden. Findet sich jemand beschweret, so muss ihm der fernere Weg Rechtens und Provocation an die königl. Collegia durch Bedrohung oder auf andre Art nicht abgeschnitten, sondern der Gerechtigkeit freier Lauf gelassen werden ‘ 7). Der erste Rabbiner in Mk. Friedland (vor 1783) war der nur durch Approbationen8) bekannte R Jochananben R. Me'ir aus Lissa, der noch keine ständigen Assessoren (דיינים), wahrscheinlich aber Jlingerzur Ausbildung (בהורים) hatte, und dem seine Gemeinde tatkräftige Verbreitung seiner Weisheit und seinen Eifer für die Lehre und fromme Werke nachrühmte. Er starb am Sukkothfeste 5551 (1790) und wurde am 3. der Mittelfeiertage in Mk. Friedland beerdigt9). Trotzdem die Gemeinde damals kaum viel über 700 Seelen zählte und noch keinen sonderlichen Ruf als Pflegestätte der Thora 7) Zu diesen, den Gemeindeprotokollen entnommenen Angaben vgl. Geiger, Geschichte der Juden in Berlin I S. 62 f. und S. 70 ff.; über Gen. Jud. Priv. und Instruktion ibid. II S. 99, S. 101, S. 106 über Staats- und Gemeindesteuern, S. 123 über rabbinische Gerichtsbarkeit. 8) 1783 approbiert er den in Hamburg erschienenen Psalmenkommentar תהלות יעקב des mit ihm verschwägerten Rabbiners zu Flatow, R. Jakob Asch Feiwel, in dessen Subskribentenverzeichnis er auch nebst seinen drei gelehrten Söhnen (in Schönlanke u. Dt- Krone) als Rabbiner von Märkisch- (nicht Preussisch) Friedland genannt ist; 1786 den Pentateuchkommentar des Schönlanker Rabbiners, R. Israel Joel, יתדות אהלים. Demnach sind die Angaben Lewins (S. 268) zu berichtigen. Seine Unterschrift הק' יוחנן בא א מהר״ם ז״ל מליסא findet sich auch mehrfach unter Gemeindebeschlüssen (v. J. 1784 u. 1785). ö) Seine Grabschrift lautet: פ״נ יקר בעיני השם וקיים תורהו שלם חכמתו הלק לעולם נהג עדת לחנכם נתיב יושר לשמרם ה״ה הה״ה נר עולם(!) פ״י עסק במצוות וחקים כבוד מ'יוחנן במ״ו מאיר זצל״ל מליסא אב״ד פ״ק פ״ל יום ג׳ ההמ״ס נקבר איש האלהי, לפ״ק תנצב״ה.