Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486269--0383-3486743- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Und diese grosse Seele glich dem köstlichen Weine, der in unscheinbaren, irdenen Gefässen aufbewahrt wird. Seine keineswegs imposante, äussere Erscheinung schildern Schüler und Augenzeugen in folgender Weise : ״Sein Körper war klein, seine Statur untersetzt, der Kopf verhältnismässig stark, die Nase hoch und länglich, die Augen feuersprühend und die Stirn hochgewölbt. Aus seinen Gesichtszügen sprachen Ernst und Würde. Um seine Lippen schwebte bald sanftes Lächeln, bald tiefe Schwermut. Im Ganzen drückte sein etwas schmächtiges Antlitz Kränklichkeit und stilles Leiden aus36).“ Zu den grossen und edlen Aufgaben, die sich so R. Akiba. Eger als Forscher, Lehrer, Freund und Philanthrop in Lissa gestellt hatte, gesellten sich auch bald die des ״zärtlichsten44 Vaters, da das Wohlbehagen R. Akibas in dieser Lebensperiode wesentlich gehoben wurde durch das stille, aufblühende Familienglück. Schon um das Jahr 1781 37) wurde ihm sein Sohn Abraham geboren, der in seiner Kindheit ein Schüler des stilgewandten, bereits erwähnten R. Noah aus Lissa38) wurde, bald aber in kindlicher Pietät nicht nur selbst nach regster Teilnahme an den Lehrvorträgen R. Akibas in den Geist seines Vaters, seiner Bestrebungen und Erzeugnisse aufging, sondern auch die Zukunft seines Hauses durch die Wahl gleichgesinnter Schwiegersöhne streng nach dessen Grundsätzen gestaltete 39). 36l Kämpf S. 7, Lewysohn S. 17. 37) Die irrtümliche Angabe Lewins S. 246, dass Abr. E. 1778 geboren sei, ist wohl durch die Angabe Lewysohns, dass Abr. E. 8 Jahre älter als Salomon E. war, entstanden. 38J Vgl. dessen Ermahnungen an Abr. E. in dem Gratulationsbrief R. Noahs, Lewin III. 39) DieSchwiegersöhne des Abr.Eger, die von R. A. E. Belehrungen empfingen waren: 1. Jacob Littauer, Rabb. in Wongrowitz u. Inowrazlaw (gest. 3. Tischri 1866), dessen Frau חנה hiess, (an ihn ח I 22) 2. Eisek Karo in Lieben (Schlesien), später in Berlin (s. in den ת I 73 השמטות), Herausgeber der * *ת II, und 3. Naphtali Hirsch Bleichrode aus Filehne, später Rabbiner in Kurnik, dessen * Gattin שיינכי hiess, einer der treuesten und geschätztesten Schüler R. Ak. Egers, auch ein seinem Herzen nahestehender Freund, dem er sein innerstes Gemüt offenbarte (s. Bleichrode a. a. O. V), mit dem er später fast wöchent, lieh korrespondierte und dem er zahlreiche Gutachten sandte. (Vgl. ח I 94, verfasst um 1812, z. Z., da Abraham Tiktin noch in Glogau war, das. Nr. 54,