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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 49

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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45 Schätzung* seiner Nebenmenschen. Einer solch edlen Natur war es darum auch ein unabweisliches Bedürfnis, den unstillbaren Forscherdrang mit achtem, reinem Menschentum harmonisch zu vermählen. Seine tatkräftigen Liebeswerke waren gleichsam das goldene Band, das sein engeres Studierzimmer mit der grossen Aussen weit verband. An R. Akiba Eger offenbart sich der innige Zusammenhang des modernen Strebens nach gross angelegten, umfassenden Wohlfahrtseinrichtungen, wie es sich später in seinen humanen Schöpfungen in grösseren Wirkungskreisen ausprägt, mit der altjüdischen, selbsttätigen, individuellen Wohltätigkeit, die er noch in Lissa zu üben vermochte. Er gehörte nicht nur den zahlreichen Wohl tätigkeits vereinen daselbst an, sondern schrieb auch mit eigener, federgewandter Hand zahllose, meist mit Erfolg gekrönte Bittschreiben im Dienste der Bedürftigen; in eigener Person übt er, der wohlhabende Meister, Wachdienste bei Kranken, verwaltet das ihm anvertraute Ehrenamt eines Kassenwarts in der Brüderschaft für die Ptiege des Gesetzes- Studiums משמרת תלמוד תורה 'M). Wie all das geistige Ringen ist aber auch die Seelengrösse R. Akiba Egers die unmittelbare Frucht seiner tiefen, allen Grübeleien abholden, durch keinerlei Neigung zu Spekulationen geschwächten, unantastbar lauteren Religiosität. Wie ungemein lebendig in ihm das Gefühl der Verantwortung für die Ver- Wertung jedes Zeit- und Kraftteilchens war, wie er sich jede Stunde seines Lebens als ein zu Pflichten berufener Diener seines Schöpfers fühlte, zeigte das nach seinem Tode aufgefundene Tagebuch, in dem er das Facit seiner täglichen Selbstprüfung niedergelegt hatte. Mochten darum auch Angehörige und Heilkundige ihm noch so sehr versichern, dass seine Arbeitslast die Kräfte seiner schwächlichen und leidenden Natur weit übersteige, sie vermochten seine Ueberzeugung, dass er seinem Herrn noch lange nicht genüge getan, nicht zu erschüttern35). 34) S. Lewin S• 26. 3°) Noch 2 Jahre vor seinem Tode hält er dem Drängen seiner Kinder mit Rücksicht auf seine zunehmende Schwäche seine Studien einzuschränken, entgegen מה עשיתי פה ומה תקנת' כי ארחיב בנפש' י^פנק את חומרי האמינו אם הי׳ היום ק׳ שעות לא הי׳ מספיק לשיעורים הצריבים לדל במוני (ßleichrode)

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