Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
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40 Weise mit der Sonde seines Scharfsinns kritisch zu sichten und so den festesten Grund zu seiner Grösse als Lehrer und Bearbeiter des jüdischen Religionsgesetzes zu legen. Aber auch mit der Bibel hielt er sich, trotzdem sie in den Lehrplan seiner Jeschiwa nicht besonders aufgenommen war, in engster Fühlung, wie sein oft glänzender, biblisch-klassischer Stil in Briefen, einzelnen Gutachten und Approbationen, wie auch seine häufigen Hinweise auf die älteren Bibelerkiärer, namentlich den ßedak, erkennen lassen7). Jedoch nicht nur der gediegene geistvolle Vortrag, sondern auch sein mildes, duldsames, von Selbstgefälligkeit durchaus freies Wesen, seine freudige Anerkennung verständigerer, auch nur scheinbar begründeter Einwände aus dem Kreise der Lernenden8), seine ungewöhnlich zarte Bedachtnahme auf die Ehre seiner Schüler, die in moderner Weise jede vertrauliche Ansprache mit ״du“, jede Bezeichnung ״Schüler“ in Wort und Schrift, jeden auch noch so kleinen Dienst von ihrer Hand als eine Erniedrigung ängstlich mied,9) seine Ernst und Versöhnlichkeit paarende Wachsamkeit für den sittlich reinen Ruf seiner Schüler10) und vor allem die geradezu väterliche Fürsorge nicht nur für ihre geistigen und moralischen Fortschritte, sondern auch für ihr leibliches Wohl und für ihr späteres Unterkommen fesselte seine Jünger mit den stärksten Banden begeisterter Liebe, Ehrfurcht und Dankbarkeit an ihren grossen Meister und Wohltäter. ר Vgl.55 1 ת׳, sein Gutachten in אלה דברי הבריח, seine Approbation zur Wiener Ausgabe des Rif, seinen Brief an N. Bleichrode u. a. 8) בעוד הלו נרו עלי ראשינו היו בעיניו כמוצא שלל רב ושעשע מאד אף אם אחד מתלמידיו השותים מי תורתו העריך דעת אחרת נגד דעתו אם לא הי' בדרך עקש ופתלתל Worte seines Schülers Raphael Schlesinger aus Inowrazlaw in der Einleitung zu seinen חדושי רפאל (talmud. Novellen). Auch geht A. E. in seinen Werken oft auf Einwände und Bedenken seiner Schüler ein z. B. 'ת I 189. 9) עוד אבקש מבני הלא תראה רבים מהשואלים אשר תדע כי למדו בישיבתי הן בעודני בק״ק ליסא באהל התורה אשר נטע לי זקינכם מר חותני הן אח״ב ביושבי בק״ק פ״לובישיבתי פה קהלתגו אל תכנה את מי מהם בשם תלמיד גם לא לכתוב בלשון נוכחי כי מעולם לא קראתי לאדם תלמיד כי אמרתי מי למד יותר ממי Brief an Abraham Eger v. ). 1833. S. Einleit, zu den 'ת h 10) Einen Lissaer Schüler, den er wegen einer sittlichen Verirrung aus seiner Schule gewiesen hatte, bat er noch nach 15 Jahren um Verzeihung; vgl. Bleichrode.