Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3486266-3486269--0373-3486733- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
36 Tochter mit Wolf Eger vermählt war. Ihm zur Seite wirkte zur Verbreitung und zur Verherrlichung des Thorastudiums der Landsmann R. Akibas, der umfassende, sys tematisch vergleichende, modern-wissenschaftlicher Arbeit sich bereits nähernde Gelehrte, R. Jesaia Berlin (auch Jesaia Pik genannt), von 1794—1799 Oberrabbiner von Breslau, Schwager Joseph Steinhardts zu Fürth 20j♦ Sein Schwiegersohn, der gelehrte und einflussreiche Besitzer der Dyhrenfurter Druckerei, Joseph ben Jechiel Michel Mai, 1765— 811, zählte bald zu den opferfreudigen Verehrern und Gönnern R. Akibas 21). Sein einflussreichster Jugendlehrer aber war sein Oheim R. Benjamin Wolf Eger, der ihn bald in die von ihm dirigierte Talmudschule aufnahm, die schlummernden Anlagen des Jünglings in geeigneter Weise zu wecken verstand und ihm auch manches von den Studienfrüchten seiner Väter übermittelte22). Mit 15Jahren konnte der alle seine Studiengenossen überflügelnde, seine Lehrer durch sein ungewöhnlich rasches Auffassungsvermögen 23) in Staunen setzende Akiba vom Jünger zum Meister aufrücken und sein bis zum Tode fortgesetztes Lehramt, welches mit seiner eigenen Fortbildung aufs innigste verknüpft war, beginnen. So auschliesslieh dem Lernen und Lehren geweiht und beglückt durch die Liebe, Gunst und Hochachtung erleuchteter Geister 24), lebte Akiba fast 8 Jahre in Breslau. Bald jedoch drang der Ruf des ungewöhnlich aufstrebenden und fortschreitenden Bachur in die Ferne und führte, da z. Z. die jüdischen Krösusse und deren Töchter die Dozenten und Jünger des Talmuds und deren Empfehlungen noch zu schätzen wussten, eine völlige Umgestaltung seines Standes, seines Geschickes, seines Wirkungskreises, ja sogar seiner bisher deutschen Kleidung herbei. Ein in Lissa ansässiger, reicher und wohltätiger Kaufmann nämlich, Itzig Margulies, 20) Vgl. Berliner, R. Jesaia Berlin. 21) Vgl. 1 38 und den Brief R. Akibas an R. N. H. Bleichrode in der Biographie seines Sohnes Seite V. 22) So heisst es in dem in שו״ח חמדת שלמה Nr. 28 veröffentlichten Respon׳ sum des R. Akiba: כשהייתי בילדותי בבית אדמו״ר הגאב״ד דלייפניה ראיתי בגליון השב יעקב כחוב בכתב א״אז הג׳ עקיבא איגי ליישב ההיא דיבמות 23) A. E. soll den mehrwöchentlichen Lehrstoff der Jeschiwa des R. B. W. Eger in wenigen Stunden in sich aufgenommen haben (Bleichrode a. a. O ) -ף in '29 1 ח schreibt R. w. Eger von ihm: חכמי העיר כלם מפגרים בהאי בעוול אהבתם אליך.יומא