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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 32

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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der neuen Kultur und Aufklärung gleich einem üppig wuchernden Unkraut gezeitigt hatte, mächtig entgegengearbeitet. Die in seinen Schriften niedergelegte, eigentümlich gründliche und lichtvolle Beleuchtung der talmudischen Literatur ist zwar verschieden von der modernen, historischen und systematisch-kritischen Methode, bedeutet aber nichtsdestoweniger eine folgerechte, organische Fortentwicklung und gerade durch ihre Einseitigkeit um so tiefere Durchdringung der talmudischen Materie, die zahlreiche Talmudforscher bis auf die Gegenwart angeregt und erleuchtet hat. Kurz, in R. Akiba Eger mündet der Riesenström einer fast 1000jährigen Geistesrichtung der deutschen Judenheit, er ist die letzte, für die ganze Diaspora massgebende Autorität Deutschlands auf religionsgesetzlichem Gebiete. An ihm bewährt sich das Wort der Mischna (Ende Sota) משמח ״ רכי עק כא בטל כבור התורהSeit dem Tode Rabbi Akibas ist die Herrlichkeit der Lehre geschwunden“ und das Thorastudium, namentlieh in Deutschland, vielfach nur noch als theologisches Fachstudium erhalten geblieben. Es ist darum kaum zu verstehen, wie ein soleher Mann in den seine Zeit behandelnden, jüdischen Geschichtswerken kaum mit wenigen Worten gewürdigt wird, während den das Judentum zersetzenden und zerstörenden Geistern seiner Zeit ein um so breiterer Raum gegönnt ist. Aber auch die Vertreter des Talmudstudiums, wenigstens in Deutschland, nehmen nur notgedrungen Kennntnis von den Resultaten seiner Untersuchungen, ohne auf ihre Genesis und Motivierung einzugehen, wie überhaupt merkwürdigerweise die so bedeutsame Responsenliteratur in neuerer Zeit in unseren Gegenden die Behandlung eines vernachlässigten Stiefkindes erfahren hat und noch immer einer systematisch geschichtlichen Würdigung harret־). In Monographien ist R. Akiba Egers Leben allerdings mehrfach behandelt worden, doch haben dieselben sich fast ausschliesslich auf die Zusammenstellung von Einzelheiten aus seinem Leben und seinen Charaktereigenschaften beschränkt, oft ohne die für eine -J Ausser einzelnen Monographien hat Frankel im Jahresbericht des Breslauer Seminars 1865 einen ״ Entwurf einer Geschichte der Literatur der nachtalmudischen Responsen1‘ verfasst, der jedoch nur bis zum 14. Jahrhundert reicht

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