Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 323)
- Language
- German
- Belongs to
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317 zu überschreiten. Der eigentliche Text darf nicht stellenweise hinter der Begleitung der Bemerkungen fast verschwinden. Etwas weniger wäre mehr gewesen, selbst wenn uns dieses den momentanen Verlust mancher geistreichen Auseinandersetzung gebracht hätte. Der Verfasser, R. Jehuda ben Barsilai aus Barcelona, wurde, wie der Herausgeber nachweist, ungefähr 1070 geboren; das vorliegende Werk, auf das sich der Verfasser in seinem Commentar zum יצירה 'D öfters bezieht, muss, da hier Alfassi als ein bereits Verstorbener angeführt wird, während in den übrigen Werken dieser Gelehrte ohne die Bezeichnung ז״ל genannt wird, vor 1140, dem Todesjahr Alfassi’s, geschrieben sein. Ausser dem vorliegenden Werke und dem bereits oben genannten Kommentar zum יצירה 'D (ediert von S. Halberstamm, Berlin 1885) rühren noch vom Verfasser her ס׳ היחס und ס' השטרות (auszugsweise ediert von S. Halberstamm, Berlin 1898), welche beide insofern mit dem vorliegenden Werke zusammen gehören, als das ganze halachische Gebiet an der Hand des Talmuds hier seine Bearbeitung gefunden hat. Das ם' העתים behandelt die Festtage, da aber das Buch sich an die Ordnung der talmudischen Traktate hält, so hat hier auch alles das Platz gefunden, was in den beiden anderen, die סדר נשים resp. סדר נזיקין behandeln, keinen Raum hat. Diese Ansicht, die der Herausgeber in betreff der Ordnung des Stoffes vertritt, hat vieles für sich; es erklärt sich, wieso in das ם' העיתים nicht nur הל' תפילין und הל' ס״ת, sondern auch חלה! שחיטה ,טריפות und dgl. eingereiht sind. Wir wollen aber nicht unerwähnt lassen, dass in אורחות חיים S. 497 bei der Materie von הפרת נדרים auf ם׳ העיתים hingewiesen wird, und doch sollte man meinen, dass הפרה נדרים in ס' היחס seinen Platz hätte finden müssen, wenn die Annahme des Herausgebers durchschlagend sein sollte. Die aus Alexandrien stammende Handschrift, welche aus dem Besitze Halberstamms in den des Jewish College in London übergegangen ist, weist am Anfang eine grosse Lücke auf, denn es fehlt die ganze erste Pforte. Auch sonst ist sie nicht lückenlos; kleinere Auslassungen sind von dem Herausgeber bestmöglichst ergänzt worden. Ist ein rituales Werk aus so alter Zeit, das einen weitberühmten Gelehrten zum Verfasser hat, dem die Mitwelt den Namen ״Nassi“ verliehen, an sich schon wertvoll, so wird es