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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1903-01-01 · (I.) 1903 - 5664 (1903) · page 321

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
(I.) 1903 - 5664 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 321)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486267--0321-3486680
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315 Zeit uns verloren gegangen sind. Wir stossen in dem vorliegenden Werke auf Stellen, aus denen wir uns manche religiöse Sitte, deren Sinn uns dunkel und deren Ursprung uns unbekannt geblieben sind, erklären können. Interessant in dieser Hinsicht ist die allgemeine Uebung eines Gebrauchs bei der Miloh-Feier, für den man keinen Grund anzugeben wusste. Nachdem der ברית vollzogen, legt der Mohel das Kind auf den zweiten Sessel, den man als Eliah-Sessel bezeichnet, nieder. Aus dem vorliegenden Werke erfahren wir, dass diese Sitte eine uralte, in die Zeit der Geonim hineinreichende sei: וכתב ר' ביסים גאון ז״ל הגידו לי זקנים שבריר שביום שתכניסני לברית מרנא אבא אלוף ז״ל כשנכנס לבהכ״ג ואני בידו ישב שעה אחת על אותו כסא המוכן ואח״ב עמד והושיבני על הכסא האחר של מילה. ואחר שיצא שאלו אותו מה טעם כי לא ראינו מעול□ מי שעשה כך ואמר להם קבלתי-מן הזקנים הקדמונים שזה הכסא מוכן לאלי׳ והוא מלאך הברית וישבתי עליו עם הילד אולי יברכהו לי ומצא חכמה בברכתו. Seite 12. Man halte die Kenntniss des Ursprungs derartiger Gebrauche nicht für etwas Unwesentliches; wir sind sehr leicht geneigt, solche Uebungen als leere bedeutungslose Ceremonien anzusehen, als gedankenlose Spielereien, und darum wird die geschichtliche Forschung, die dem Ursprung der Gebräuche nachgeht, uns mehr Respect vor diesen und ihren Urhebern einflössen. Neben dem Religionsgeschichtlichen bietet aber ein Werk wie das vorliegende, das ja seiner Natur nach die gesellschaftlichen Verhältnisse und die Gebräuche seiner Zeit unwillkürlich in den Kreis seiner Besprechungun zieht, auch ein kulturhistorisches Interesse; wir verweisen hier auf die Darstellung der Hochzeitsgebräuche im südlichen Frankreich. S. 66 f. — Dem Herausgeber gebührt für die Umsicht, mit welcher er das Werk bearbeitet hat, aufrichtiger Dank. — In seiner Einleitung macht er uns mit der Geschichte des Werkes und seines Verfassers bekannt, soweit bei den spärlichen Nachrichten über diesen und über sein Leben Aufklärung gegeben werden kann. Die Anmerkungen bieten uns einen vollständigen Quellennachweis und greifen da erklärend und berichtigend ein, wo der Text entstellt oder unklar ist. Wir bewundern in diesen Anmerkungen sowohl die bedeutende Gelehrsamkeit des Herausgebers wie auch den Fleiss, der ihn in verhältnismässig kurzer Zeit die Arbeit

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