Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 292)
- Language
- German
- Belongs to
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286 harren, die Literaturnachweise sind sämtlich unzuverlässig*), und jetzt ist es gar so weit gekommen, dass fast gleichzeitig eia uncl derselbe Teil des Kommentars zweimal veröffentlicht wurde. — Der bereits von Neubauer ferner a. a. 0. beklagte Mangel äusserer Übereinstimmung der Publikationen hat auch einige Bearbeiter von dem durch Barth**) gegebenen praktischen Schema, der Gegenüberstellung von Text und Übersetzung, abweichen und den ersteren allein herausgeben lassen, wodurch der Nutzen der Publikation, weil der Interessentenkreis nur zum geringsten Teil aus Arabisten besteht, wesentlich vermindert wurde. Hat doch sicherlich für die meisten Talmudstudierenden, welche den bisher durch Unklarheiten und Abschreiberfehler entstellten Kommentar nicht ausreichend benutzen konnten, nur dann die Neubearbeitung einen Zweck, wenn ihnen auf Grund des kritisch bearbeiteten Originals eine von den anhaftenden Fehlern befreite hebräische Übersetzung geboten wird. — Leider ist dieser Zweck nicht immer gebührend berücksichtigt, vielmehr von manchen Herausgebern und selbst von solchen, welche Text un d Übersetzung zusammen veröffentlichten, das Hebräische nicht genügend beachtet und berichtigt worden. Leider scheint bei manchen Herausgebern von Inauguraldissertationen die Arbeit nur Mittel zum äusseren Zweck, aber gar nicht Selbstzweck gewesen und Karpeles’ Be- Zeichnung des Mischna - Kommentars als der ״unerschöpflichen Quelle der Doktordissertationen unserer jüngeren Theologen“***) nur allzu buchstäblich berechtigt zu sein, als ob der Kommentar eben nur zu diesem Zwecke verfasst worden wäre. — Dass die Sache davon keinen Vorteil hatte, ist selbstverständlich; auf diesem Wege ist eine vollkommenere Würdigung der Jugendarbeit des Maimo- *) So z. B. zitiert J. Friedländer, der Sprachgebrauch des Maimonides, S. XVI: ״M. Friedländer, Rosch haschana I—DI“ anstatt: 1,3״—III,1“ und ״Löwenstein, Bekhoroth“ anstatt: ״Bekhoroth I— IV“. Steinschneider, die arabische Literatur der Juden, S. 201 hat ungenaue Angaben bezüglich Baneth, Friedländer und Löwenstein. Ausserdem ist dort (a. a. O. und im Register S. 6) zu berichtigen, dass nicht die Traktate Kilajim und Challa von mir, sondern letzterer von Selig Bamberger bearbeitet ist. **) Nicht, wie Bacher in Revue des Etudes Juives XLH (1901) S. 281 irrtümlich schreibt, von Derenbourg, dessen nVir^-Edition erst i. J. 1887 begann, während Barth’s JI'CO-Ausgabe 1880 erschien. ***) Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur, VI. (1903) S. 36.