Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 290)
- Language
- German
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284 Bestimmtheit behauptet werden. Dagegen ist nicht zu bezweifeln, dass das naheliegende Mittel, künstlich ein Deminutiv durch Vor- Setzung von p zu schaffen, schon in der Mischna — nicht blos bei Tiernamen — öfters angewendet wird. So findet sich בן פטיש, kleiner Hammer (Kelim XX, 7), בני טעים, im Gegensatz zu טעים, kleine, dünne Därme (Kinnim, Ende), בני בצלים, junge Zwiebeln (Tos. Ukzin II, 8), wie in der späteren Talmudsprache aram. בר ח מצא, die kleinere Fettlage des Magens (Chul. 49 b), und wohl auch ברא רהוט א, junger Knoblauch (Taan. 25 b), und ähnlich öfters. Schliesslich scheint auch dem Biblischen analog gebildet auf p חביון, kleines Fass (Kelim II, 2), während die späteren, weiblichen Formen גנוניתא, Gärtchen (Baba b. 68 u. s.), auch ענוני ת א, Lungenläppchen (Chul. 44), Deminutiv von אונה, bereits aramäischen Charakter tragen. Man wird zwar auch aus dieser kurzen Zusammenstellung erkennen, dass die Mischna und die mit ihr homogene Literatur dem Aramäischen zuneigt, aber auch den angeführten Beispielen und ihren Formen entnehmen, dass ihre Sprache keineswegs ein blosses Kunstprodukt einer Gelehrtenzunft ist, sondern dass sie in vielen Teilen sprachlich — ebenso wie inhaltlich — die natürliehe Ergänzung und Fortbildung der Bibel darstellt und als solche gewürdigt zu werden verdient.