Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1903-01-01 · (I.) 1903 - 5664 (1903) · page 281

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
(I.) 1903 - 5664 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 281)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3486266-3486267--0281-3486640
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

275 was Du gebaut, nicht zerstören, was Du aufgerichtet.“ Da fragte er sie: ״Warum widersprechet ihr meinen Entscheidungen?'‘־ ״Weil Du Schaltjahr- und Neumondbestimmungen ausserhalb Palästinas triffst.“ ״Aber,“ erwiderte er, ״Akiba, Sohn Josefs, tat doch dasselbe?“ ״Bei R. Akiba“ antwortete man ihm, ״war es etwas anderes; er hatte keinen gleichwertigen Gelehrten in Palästina zurückgelassen.“ ״Bei mir war es ebenso,“ lautete die Antwort. ״Die Zicklein, die Du zurückgelassen, sind inzwischen zu Böcken geworden (die damals jugendlichen Schüler sind inzwischen zu grossen Gesetzeslehrern geworden), und sie schicken uns zu Dir und lassen Dich zum Gehorsam auffordern; fügst Du Dich nicht, so sollst Du dem Banne verfallen.“ Der Jeruschalmi berichtet über den Vorfall in etwas anderer Weise. Dort ist von Briefen die Rede, die an R. Nathan und R. Jizchak gesandt wurden, und diese waren es dann, die Chananja zur Unterordnung unter die palästinensischen Autoritäten zu bewegen suchten, was ihnen aber erst durch die Intervention von R. Jehuda ben Bethera ans Nisibis gelang. Man hat irrtümlicher Weise die Berichte des Jeruschalmi als dem Babli widersprechend betrachtet und nach dem ersteren angenommen1), dass die Namen der Sendboten R. Jizchak und R. Nathan gewesen seien; es ist dies schon deshalb nicht möglich, weil dann der Hinweis, ihre Väter hätten im Tempel den Dienst verrichtet, gar nicht angängig wäre. Indessen ergänzen sich die beiden Relationen. R. Jizchak und R. Nathan, die oben erwähnten Tannaiten, genossen in Babylonien grosses Ansehen, und nur deshalb sandte man ihnen durch die im Babli erwähnten Gelehrten Briefe, damit sie ebenfalls ihren Einfluss bei Chananja geltend machen sollten, um ihn zumVNachgeben zu bewegen. Es wird dann weiter berichtet, R. Jizchak hätte aus der Thora vorgelesen: ״Dies sind die Festtage Chananjas“, statt: ״Dies sind die Festtage Gottes“ (HI. B. M. 23,1)', und R. Nathan hätte hinzugefügt: ״Denn von Babel (statt: von Zion) geht die Lehre aus, und das Wort Gottes von Nehar-Pekod (statt: von Jerusalem)“. Sie wollten ihm damit deutlich machen, dass die Schaltjahrbestimmung ausserhalb Palästinas ungesetzlich sei, sobald man sie in Palästina ausführen könne. Chananja beklagte ') Grätz IV, 221 Jff.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.