Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 270)
- Language
- German
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264 schon sechzig Jahre nach ihm sanken durch unerbittlichen Glaubenshass Fremder die Blütestätten der Thora im Heiligen Lande dahin. Das Patriarchat. Es erübrigt uns noch, über das Verhältnis der Patriarchen zur Zeit R. Jochanan’s zu sprechen. Während der Jugend und Lehrzeit unseres Meisters stand der Nassi nicht nur an der Spitze der Verwaltung der Juden Palästina^ und war er in dieser Eigenschaft der Vertreter der Juden den herrschenden Römern gegenüber, sondern der Hauptglanz des Patriarchenhauses ging von der hervorragenden Stellung der regierenden Fürsten im Kreise der Gesetzeslehrer aus. Wegen seiner hohen geistigen Bedeutung war Hillel Hasaken ungeachtet dessen, dass nicht Palästina seine Heimat war, an die Spitze des Synhedrin berufen worden, und die ganze Reihe seiner Nachfolger bis zu Rabbi Jehuda Nessia zeichnet sich durch solch hervorragende Thorakenntnis aus, dass die Enkel Hillel’s, als später dem Nassi neben seiner Stellung als erster Lehrer und Richter auch die Würde des ersten Verwaltungsbeamten zufiel, ohne Widerspruch zu finden, diese beiden hohen Ehrenstellen zugleich bekleiden konnten. Die beiden letzten in diesem glänzenden Zuge der Dynasten des Hauses Hillel, R. Gamliel, Sohn Rabbi’s, und R. Jehuda Nessia I, stehen würdig neben ihren grossen Ahnen und übermitteln als letzte Tannaim, die Ueberlieferungenund Thesen der Tannaim den ersten Amoraim. Das Zeitalter der Tannaim währt so lange, als das Synhedrin in alter Weise den Nassi an seiner Spitze hatte, und solange nur finden wir, dass diese oberste Ratsversammlung die alten Machtbefugnisse besass und berechtigt war, allgemein verpflichtende Anordnungen zum Schutze des göttlichen Gesetzes zu treffen. Das Synhedrin in seinem alten Glanze sah R. Jochanan noch unter Rabbi, dessen Sohne und Enkel. R. Gamliel, der Urenkel Rabbi’s, der Sohn R. Juda Nessia’s, überlebte diesen nur kurze Zeit, wir wissen von ihm sehr wenig und finden ihn nur einmal Jerusch. Demai 4,4 genannt, wo aber R. Hoschja als höhere Autorität neben ihm erscheint. ״R. Hoschja liess es nicht zu, als R. Gamliel Demai in Syrien einführen wollte“. Dieser R• Gamliel, der Sohn R. Jehuda Nessia’s, hat nur so kurz regiert,