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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1903-01-01 · (I.) 1903 - 5664 (1903) · page 268

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
(I.) 1903 - 5664 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 268)
Language
German
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IRI
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262 fenden Jahre R. Jochanan's war das Verbot der Bestimmung des Monatsbeginns Tischri unerwartet so kurz vor dem Termin gekommen, dass es unmöglich war, diese Monatsheiligung im Auftrage der Lehrer des Heiligen Landes anderswo vornehmen zu lassen. In der rätselhaften, oben angeführten Einkleidung in die Worte einer Entscheidung bezüglich der Verpflichtung zum Darbringen eines Sündopfers sandte man nun die Botschaft, dass der Versöhnungstag dieses Jahres nicht in der richtigen Weise bestimmt worden sei, nach Babylonien. Die dunkle Einkleidung musste man wählen, wie ähnlich auch in anderen bösen Zeiten geschah, damit die Botschaft nicht an der Grenze abgefangen würde. Die Religionsbedrückung kann nicht darin bestanden haben, dass man die Feier des Versöhnungstages selbst verbot, denn ein solches Verbot hätte ja die unter persischer Herrschaft in Babylonien Lebenden nicht mitbetroffen. Doch, wie immer man die Stelle Chullin 101b auch erklärt, es steht fest, dass zur Zeit R. Jochanan’s שמדא הוה eine Religionsbedrückung stattgefunden hat. Lehrreich ist es zu beobachten, wie eine Reihe namhafter, moderner jüdischer Historiker, mit den im Seder Hadorot sich findenden Citaten arbeitend und ohne genügende Beachtung der Gemarastelle selbst, aus derselben eine Religions- Verfolgung zur Zeit Abbaja’s und Raba’s herauslesen, die sie dann wieder mit einem Ereignis identificieren, das erst nach der Zeit dieser Grossen stattfand. Das Verbot der Kalenderbestimmung war jedoch nur der Beginn der Verfolgungen, bald nach R. Jochanan’s Tode unter R. Ami’s Regierung waren die Gelehrten gezwungen, wie wir oben gesehen haben, Tiberias zu verlassen und geraume Zeit in Cäsarea zu verweilen. Als dann ein Teil derselben wieder nach Tiberias zurückgekehrt war und einige Jahre dort geweilt hatte, steigerte sich die Unsicherheit immer mehr, bis nach dem Tode Rabba’s und R. Josef’s um 4082 (322) die Verfolgungen so sehr überhand nahmen, dass die in Palästina weilenden babylonischen Gelehrten in ihre Heimat zurückkehrten. Durch einige darauf hinweisende Gemarastellen und besonders durch R. Scherira wissen wir von diesen Verfolgungen. In seinem Sendschreiben heisst es darüber: ״Nach diesen (nach Babba und R. Josef) Abbaja und Raba; damals wurde die Religionsbedrückung gross im Lande Israel und die

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