Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 263)
- Language
- German
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257 betreffend, die Frage an ß. Ami richten, Gittin 63. Aus diesen angeführten Beispielen, die sich leicht vermehren lassen, sehen wir zugleich, dass E. Ami den ß. Jehuda überlebt hat, und gibt uns dieses einen Anhaltspunkt für die Lebensdauer ß. Ami’s in Verbindung mit der Tatsache, dass dieser noch lebte, als Raba es schon zu einer geachteten Stellung im Lehrhause gebracht hatte, ßaba war bei Bab Jehuda’s Tode zwanzigährig. Wir wissen also, dass E. Ami jedenfalls noch im Todesjahre Eab Jehuda’s 4059/60 (299/300) gelebt hat, sich also einer Regierungsdauer von mindestens zehn Jahren erfreuen durfte. Am Ende seines Lebens finden wir R. Ami in Cäsarea, wohin er, wahrscheinlich wegen einer Verfolgung in Tiberias, mit den meisten dortigen Gelehrten übergesiedelt war; denn in Cäsarea, lebten sie sicher unter dem Schutze des dort wohnenden R. Abahu, der seinen grossen Einfluss bei der römischen Regierung für die Ruhe und Sicherheit seiner Genossen verwenden konnte. Auf diese Verfolgungen in Tiberias, die wir uns im Zusammenhang mit den durch die Christen Verfolgung Diokletian’s hervorgerufenen Wirren denken, weist das Verbot der Fasttage hin, von dem R. Seira Taanit 8 spricht. Noch deutlicher zeigt uns die Gefahren, in welchen die Jünger der Hochschule von Tiberias schwebten, die Erzählung des in Palästina lebenden jüngeren R. Huna: ״Als wir uns in die Höhlen des grossen Lehrhauses geflüchtet hatten, zündete man uns Lampen an; sobald diese schwach leuchteten, wussten wir, dass es Tag sei, leuchteten sie hell, wussten wir, dass es Nacht sei.“ (Jeruschalmi Pesachim 1, 5). Dass dieser R. Huna ein Zeitgenosse von R. Ami war, zeigt uns Baba batra 11, wo R. Huna an R. Ami eine Frage richtet. Auch er kam von Babylonien herauf und wir finden ihn mit R. Se'ira und R. Samuel ben Jizchak; R. Jona überliefert in seinem Namen. Vom Einfluss R. Abahu’s bei der römischen Regierung zeigt das Sanhedrin 14 a mitgeteilte Preislied auf ihn, das die Hofdamen anstimmten, wenn er vom Lehrhause aus zum Palast kam. Chagiga 14 wird als Beispiel eines Mannes, der Ansehen auf Erden geniesst, bemerkt ״ .כעין ר‘ אבווזבי קיסרwie R. Abahu im Kaiserhause“. Auch Sota 40 a wird als Grund, weswegen R. Chija b- Abba den R. Abahu nach Hause zu geleiten pflegte, die Ehre des Kaiserhauses genannt. משום יקרא דבי קיסר 17