Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 256)
- Language
- German
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250 entrissen wurde, sicher nicht, viel mehr als 15 Jahre. Das Gewerbe, worauf R. Jochanan mit dem Sprichwort: ״Der Räuber kennt, was zum Räuberhandwerk gehört“ hinzielt, sind wahrscheinlich nach Gittin 47a Gladiatorenspiele, zu welchen sich Resch Lakisch vermöge seiner Körperkraft in jugendlicher Unüberlegtheit anwerben Hess. Dass Resch Lakisch sehr stark war, zeigt auch die Erzählung dort, wonach er am Tage, bevor er selbst dem Tode geweiht werden sollte, die Gladiatoren (לודאי) erschlug. Auch sein Ausruf, als er zur Rettung R. Ami’s schritt: ״Entweder töte ich sie oder werde selbst getötet“, weist darauf hin. Die Spuren von R. Simon b. Lakisch’s Entwicklung können wir ziemlich leicht verfolgen. Dass er jünger war als Et. Jochanan sehen wir daraus, dass er nicht mehr wie dieser im Lehrhaus Rabbi’s gewesen, und sich nur erinnert, die Finger Rabbi’s aus der Sänfte einmal heraus gesehen zu haben. Dass R. Jochanau, als er einst seine Beweisfühung widerlegt hatte, sich dessen rühmte mit dem Bilde: קצצתינון לרנלוהי רינוקא“ Wir haben die Füsse des Kindes abgehauen,“ zeigt deutlich, dass Resch Lakisch der jüngere war, und (Meila 7b) lehrt uns zugleich, dass derselbe schon in jungen Jahren zu Ansehen gelangt war und dass er noch vor R. Hoschja gesessen hat. R. Hoschja nennt ihn auch nach Jebamot 56 ״einen grossen Mann,“ (גברא רבא אחרינא) zur Zeit, als er selbst noch mit R. Juda Nessia zusammen in Sipporis weille. Auch als R. Ephes noch lebte, der, wie oben erwähnt, das dem R. Chanina zugedachte hohe Amt in der Metibta gleich nach Rabbi’s Tod bekleidete, nach Erubin 65, war Simon b. Lakisch schon bedeutend. Wir sehen aus all diesem, dass er noch sehr jung gewesen, als R. Jochanan Bibel und Mischna mit ihm lernte, und «lass er es sehr schnell zu tonangebender Stellung brachte. R. Simon b. Lakisch erkennen wir an vielen Stellen in beiden Talmüden als Schüler R. Jehuda Nessia’s, in dessen Namen er besonders häufig tradiert. Sehr bald wird er Genosse seines Lehrers R. Jochanan. Jeruschalmi Sanhedrin 1,2 wird unter anderen Beispielen für die Reihenfolge der Sprecher im Lehrhause angeführt: בנקר' חנינה ״ פתח ר' יוחנן וריש לקיש חותסיןR. Chanina, beginnt, R. Jochanan und Resch Lakisch schliessen“. Jeruschalmi Nidda Schluss des zweiten Abschnittes wird von R. Jochanan und Resch Lakisch berichtet,