Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 255)
- Language
- German
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249 was hast du mir genützt? lautet die Gegenfrage, ״dort nennt man mich Rabbi (Meister) und hier nennt man mich Rabbi“. ״Ich habe dir genützt, dass ich dich unter die Fittige der göttlichen Majestät gebracht habe“, lautet darauf die Antwort. R. Jochanau zürnte und Resch Lakisch wurde krank. Da kam seine Schwester (so die Lesart) und bat ihn unter Tränen: ״Tue es wegen meines Sohnes. R. Jochanan’s Antwort war der erste Halbvers Jirmina 49,11: ״Verlasse Deine Waisen, ich will sie erhalten.“ ״Tue es wegen meiner Witwenschaft, lautete die weitere Bitte, und die Antwort war der Schluss des Verses: ״Und Deine Witwen mögen auf mich vertrauen“. Resch Lakisch starb und R. Jochanan grämte sich sehr um ihn. Da sagten die Weisen: ,,Wer soll hingehen, ibn beruhigen? R. Elasar b. Pedat soll hingehan, weil sein Lernen scharfsinnig ist.“ Er ging hin, setzte sich vor ihn und sagte auf Alles was R. Jochanan vorbrachte: ״Eine Baraita beweist für Dich“. ״Du willst dem Sohne Lakisch’s gleichen?“ sagte daraufR Jochanau, ״wenn ich diesem etwas sagte, fragte er dagegen 24 Fragen und ich gab 24 Antworten, so wurde von selbst das Lernen ergiebig. Du sagst immer, eine Baraita beweist für dich, weiss ich denn nicht, dass ich richtig spreche!“ Da ging er fort, zerriss seine Kleider und sprach weinend: ״Wo bist Du, Sohn Lakisch’s? Wo bist du, Sohn Lakisch’s?“ So schrie er, bis ihm der Verstand schwand. Da beteten die Rabbiner für ihn, und er starb.“ Ein strittiger Punkt ist es, ob Resch Lakisch, als R. Jochanan ihn für die Thora gewann, schon vorher dem Studium obgelegen, sodassR. Jochanan ihn nur zurückgewonnen hätte, oder ob R. Jochanan ihn erst in das Studium einführte. Aus der Erzählung in Baba mezia selbst ergibt sich aber, dass R. Jochanan seines Schwagers erster Lehrer war, denn es heisst dort, dass er ihn Bibel und Mischna lehrte. Der Bibeluntericht ist die erste Einführung in das Studium. Auch muss R. Jochanan, der Vater und Mutter nicht gekannt hat, jünger oder zum mindesten gleichaltrig mit seiner, dem Resch Lakisch versprochenen Schwester gewesen sein. Diese Schwester, über deren Hand R. Jochanan zu verfügen hatte, hat gewiss, und damit auch R. Jochanan, damals noch in jugendlichem Alter gestanden. Resch Lakisch, der beträchtlich jünger als R. Jochanan war, zählte zur Zeit, als er seinem rauhen Gewerbe