Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 245)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3486266-3486267--0245-3486604- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
239 Freude R. Seira’s über seinen Aufenthalt im Heiligen Lande sprechen, als besonders im Zusammenhang der Ausspruch R. Aschig der auf Grund der Tatsache, dass R. Se'ira überhaupt nicht wieder in Babylonien war, dort antwortet: ״R. Seira hatte nicht im Sinne zurückzukehren.“ Nach den Lesarten, die Rabba nur 40 Jahre geben, wäre R. Jochanan’s Sterbejahr erst um 20 Jahre später zu setzen. Das Geburtsjahr R. Jochanan’s lässt sich sofort durch einen einfachen Rückschluss bestimmen. An einer Stelle im Jeruschalmi wird berichtet, dass ein fast 90jähriger Greis um das Jahr 3995 (235) R. Jochanan einen alten Mann nannte, derselbe muss dem־ nach damals mindestens nahe dem 60. Jahre gewesen sein• Spätestens aus dem Jahre 4007 (247) erzählt uns Babli, dass R. Jochanan ein Greis gewesen sei, mit den Zeichen hohen Alters• In dem betreffenden Jahre kann er nicht gut weniger als 70 Jahre gezählt haben. Es ist also mit Sicherheit anzunehmen, dass 3995 R. Jochanan 55— 60 Jahre alt war, ein Jahrzehnt später 65—70. Das Geburtsjahr R. Jochanan’s ist dann nur zwischen 3935 (275) und 3940 (280) zu suchen. Jeruschalmi Beza P. 1 H. 1 beklagt sich nämlich R. Chanina b. Chama, der um das Jahr 4000 (240) im Alter von 90—95 Jahren starb, über zwei der seinigen entgegengesetzte Entscheidungen R. Jochanan’s. indem er sagt: ,,Warum habt ihr mir den greisen Richter (דיינא סבא) ge“ bracht, der, wo ich gestatte, verbietet, und, wo ich verbiete, gestattet.“ Wegen dieser zwei Dinge, sagt dort die Gemara, zog R. Jochanan von Sipporis nach Tiberias hinab. Da R. Jochanan im Jahre 8995 (235) nach Tiberias übersiedelte, so hat R. Chanina seinen Unmut über ihn in diesem Jahre geäussert, ihn damals schon einen greisen Richter genannt. In Baba kama 117a wird uns erzählt, dass R. Kahana in Gegenwart Rab’s einen Verräter tötete, und Rab ihm den Rat gab, nach Palästina heraufzuziehen, und auf sich zu nehmen, sieben Jahre R. Jochanan nichts zu fragen* Dort fand er zuerst R. Simon b. Lakisch, der dann dem R. Jochanan meldete : ״Ein Löwe ist von Babylon heraufgekommen, der Herr möge genau über den morgigen Vortrag im Lehrhause nachdenken.“ Es wird dann weiter erzählt, dass R. Kahana am andern Tage zunächst beim Vortrag still blieb und sich dadurch grosse Beschämung zuzog, bis er zuletzt sich zum Reden entschloss