Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 246)
- Language
- German
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240 und durch seine Worte viel Ehre erlangte und solche Bewunderung erregte, dassR.Jochanan ihn anblicken wollte. Letzteres wird mit den Worten berichtet :ר'יוחנן גברא סבא הוה ומסרתי גביניה אכיר להו דלו לי עיני ״ ואדזזייה דלו ליה במבלתא דכספאR. Jochanan war ein alter Mann, und seine Augenbrauen hingen herab, da sagte er zu ihnen, hebet mir die Augen, damit ich ihn sehe, sie hoben sie ihm mit einem silbernen Schminkstilt.“ R. Kahana traf also noch bei Lebzeiten Rab’s mit R. Jochanan zusammen. Rab starb nach der gut belegten Angabe R. Scherira’s 4003, nach Lesarten dort 4007. Spätestens 4007 also zog R. Kahana nach Palästina, und damals schon fand er R♦ Jochanan als Greis mit den Zeichen hohen Alters. Ein ganz präziser Beweis jedoch, dass das Geburtsjahr R• Jochanan’s zwischen 3935 und 3940 liegen muss, lässt sich durch das Zusammenhalten verschiedener Gemara - und Midraschstellen erbringen. Rabbi Juda, der Heilige, Rabbi, starb zwischen 3950 und 3955 (190-195). Abgesehen von genauen anderen Beweisen ergibt sich dieses auch schon aus dem Obengesagten. Rabbi Jochanan war beim Tode Rabbi’s noch ein ganz junger Mann, sagen wir 15 bis 16 Jahre alt. War nun R. Jochanan, wie wir gesehen haben, 4007 (247) ein Siebenzigjähriger, so kann Rabbi spätestens 52 Jahre vorher, also 3955 (195), gestorben sein. Rabbi lebte nach Jeruschalmi Kilajim P. 9 H. 3 nur seine letzten 17 Jahre in Sipporis, er wandte den Vers von den 17 Jahren Jakobs in Egypten (Genesis 47, 28) in der Form auf sich an ״und es lebte Jehuda in Sipporis 17 Jahre“. Sipporis war der Geburtsort R. Jochanan’s, was neben anderen Stellen der bekannte, wiederholt vorkommende Midrasch lehrt, nach welchem R. Jochanan bei einer Wanderung von Tiberias nach Sipporis seinem Schüler R. Chija b. Abba eine Reihe von Grundstücken zeigte, welche früher sein Besitz waren, und die er zum Zwecke des Thorastudiums hergegeben hatte. Am Wohnorte Rabbi’s nun wurde R. Jochanan geboren. Dies ergiebt sich aus Joma 82: ״Eine schwangere Frau bekam am Versöhnungstage Gelüste nach Speise. Als man zu Rabbi mit der Frage kam, sagte er, man solle der Frau zuflüstern, es sei Versöhnungstag. Als sich durch diese Erinnerung die Frau beruhigen liess, bezog er auf das zu erwartende Kind den Vers Jirmijahu 1, 5. Das Kind war R. Jochanan.“ Selbst wenn diese Frage kurz nach Rabbi’s Uebersiedelung nach Sippo-