Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 243)
- Language
- German
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237 dann gemäss einer Bemerkung ß.Nissan Gaons nach Babylongeschickt haben. Eine seiner Töchter wollte er dem ß. Seira zur Frau geben. Dieser scheute sich aber als Kohen, eine Palästinenserin zu ehelichen, weil die reine Abstammung der Babylonier sich genauer nachweisen liess, als die der damaligen jüdischen Bewohner des Heiligen Landes. Das ist so ziemlich alles, was wir von den Familienverhältnissen R. Joehanans wissen. Um so klarer liegt der Werdegang und die Wirksamkeit des grossen Meisters vor uns, wenn wir nur verstehen, die Fülle von Talmudstellen aufzufinden, zusammenzustellen und richtig zu erklären, die von der Geburt bis zum Verscheiden die strahlende Gestalt dieses Trägers des überlieferten Gottesgesetzes begleiten. Die Berichte von seiner seltenen Schönheit und von den Zeichen seines hohen Alters, wo ihn herabhängende Augenbrauen am Sehen hinderten, die Haare der Achselhöhlen ausgefallen waren und er sich beim Gehen meist auf einen bedeutenden Gesetzeskundigen unter seinen Schülern stiitzeu muss, dieses und anderes ist so bekannt, dass wir hier, wo wir von so vielem Neugefundenen zu erzählen haben, von einer weiteren Ausführung füglich absehen können. Unsere Aufgabe ist es, die Grenzen der Wirksamkeit R. Joehanans zu ziehen und zu zeigen, welchen Geschlechtern das hohe Glück beschieden war, im Lichte dieser Sonne zu wandeln. Das Sterbejahr unseres Meisters lässt sich genau und sicher aus beiden Talmuden ermitteln, und dieses Datum wird uns dann eine gute Hilfe sein bei der Beantwortung der zahlreichen anderen Fragen, die uns hier obliegt. Vor Halevy konnte man bei unseren Historikern gar oft dieBehauptung finden, dass der von heisser Liebe zum Heiligen Lande erfüllte Babylonier E. Seira nicht mehr zu den Schülern R. Joehanans zählte. Die Gemara Kidduschin 52 und Nidda 25 bezeugt uns demgegenüber ausdrücklich, dass ß. Seira vor E. Jochanan gestanden. Noch mehr, sein Genosse R. Abba, der später nach Palästina hinaufzog und den Freund schon dort angetroffen hat, dem er nach Chullin 57 von Vorkommnissen in der Hochschule Sura nach seiner Abreise erzählt, auch dieser R. Abba fand R. Jochanan noch unter den Lebenden. Nach Chullin 19 unterbreitete R. Elasar einen von R. Abba nach seiner Ankunft mitgeteilten Lehrsatz R. Jehudas dem R. Jochanan. Kidduschin 43 erzählt dann weiter R. Seira dem R. Assi von