Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 241)
- Language
- German
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236 Quellen. ״Und in den Tagen Bab Huna’s starb B. Jochanan im Lande Israel, und man sagt, dass E. Jochanan 80 Jahre im Lande Israel an der Spitze stand nach Eabbi Chanina, der nach E. Efes kam, der wiederum nach Eabbi, wie es im letzten Abschnitt von Ketubot ausdrücklich steht, und im Jahre 590 (Aera contractuum) starb E. Jochanan im Lande Israel und E. Elasar im selben Jahre, und stand dann E. Ami an der Spitze.“ וביומיה דרב הונא שכיב ר׳ יוחנן בארץ ישראל ואמרינן דתמנין שנין מלך ר' יוחנן בארץ ישראל בהר ר' חנינא דהוי בתר ר' אפם דהוי בתר רבינו הקדוש כדמפרש בפרק הנושא ובשנת תק״ץ איפטר ר׳ יוחנן ור' אלעזר בשתא חרא ומלך ר' אמי. Diese wenigen Zeilen des Sendschreibens E. Scherira Gaons in Verbindung mit der Bemerkung am Schluss des Seder Tannaim Weamoraim, wonach E. Jochanan 300 oder 400 Jahre lebte, galten bis vor kurzem als die einzigen Berichte, nach welchen sich E. Jochanans Lebenszeit feststellen liess. Man sah bald, dass die 300 oder 400 Jahre, die man dem E. Jochanan gab, in der falsch gelesenen Abbreviatur ש für שמונים und ת für המנץ ihren Ursprung hatten. Das so korrigierte Seder Tannaim wurde dann als das massgebende angesehen, und darauf fussend erlaubte man sich, das ןאמרינן דפ‘ שנה מלך des Scherira-Briefes so zu erklären, als finde sich dort, E. Jochanan lebte 80 Jahre, obgleich das kurz darauf folgende ומלך ר' אמי jedem zeigen musste, dass mit מלך nur die EegierungszeitalsOberhaupt des Zentrallehrhauses gemeint sei. Man übersah dann auch, dass E. Scherira selbst seinen Bericht über die 80 Jahre nur mit ואמרינן״ man sagte“ einführt und rechnete dann vielfach mit einer 80jährigen Lebensdauer E. Jochanans als einer feststehenden Tatsache. Einem hervorragenden Forscher wie Frankel begegnet es dabei, dass er mit Eapoport Eabbis Sterbejahr auf 193 der übl. Zeitr. setzt und dessenungeachtet E. Jochanan 80 Jahre alt, 590 (a. c.) 279 d. ü. Z., wie man bei E. Scherira las, sterben lässt. Dass dieses unmöglich sei, weil dann die Geburt E. Jochanans erst in d. J. 199, sechs Jahre nach Eabbis Tod, fallen würde, während eine ganze Eeihe von Talmudstellen E. Jochanan im Verkehr mit Eabbi zeigen, wurde von den genannten Gelehrten übersehen. Dieses eine Beispiel genügt, um ahnen zu lassen, wie viel ähnliche Bedienfelder uns in unseren Geschichtsdarstellungen begegnen.