Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 230)
- Language
- German
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Zur Methodologie der halachischen Exegese. Von Dr. Eduard Biberfeld. Vorbemerkung. Dem Wunsche aus Freundeskreisen nachgebend, hat Verfasser sich entschlossen, den nachstehenden Beitrag zur Erkenntnis des Wesens der halachischen Exegese der Oeffentlichkeit zur Prüfung zu unterbreiten. Er bildet den Teil eines Kapitels aus einer grösseren, das Verhältnis der halachischen Exegese (ידרש zu der sogenannten Wortsinnerklärung behandelnden Arbeit. Verf. ist sich bewusst, die Wahrheit gesucht, und glaubt, zu der Gottheit unsterblichem Kleid, zur Ehre der Thora, den unscheinbaren Bruchteil eines kleinen Fädchens gewebt zu haben. Er wendet sich mit seiner Arbeit nicht nur an die zünftlerischen Pfleger der Exegese, sondern auch an die Laien, denen zuliebe er den leicht anzubringenden Apparat wissenschaftlicher Anmerkungen und literarischer Exkurse unterdrückt hat. Für Laien von dem Schlage, dass ihnen ש״ם ein Buch mit 7 Siegeln verschlossen, ist die Arbeit freilich nicht berechnet. Möge die Zeit bald anbrechen, die derartige Arbeiten überflüssig macht, da 'מ^אה הארץ דעה את ר במים לים מכסים * * * Die zwar ungewöhnliche, aber nicht vereinzelte Verwendung des Wörtchens אשר im Pentateuch im Sinne einer konditionellen Partikel (״wennu) ist durch Beispiele wie I. B. M. 6. 4 (י(אשר יבראו III. B. M. 4. 22 (אשר נשיא) u. a. gesichert. Von da bis zu seiner Verwendung als konzessiver Partikel, etwa im Sinne von ״wofern“, ״vorausgesetzt dass“ scheint kein allzu weiter Schritt. Ziel der folgenden Arbeit soll der Nachweis sein,