Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 228)
- Language
- German
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222 Schaft, um sich an den Räubereien der Trachoniten zu beteiligen. Kaiser Augustus betraute Herodes mit der Aufgabe, geordnete Verhältnisse wiederherzustellen und schenkte nach dem Tode des Zenodorus dessen von Heiden bewohntes Gebiet, zu dem auch Paneas gehörte, dem Herodes. Dasselbe geht auch aus Joseph, ant. XVI, 9, 1. hervor. Dort wird uns berichtet, dass ״die Bewohner der Gegend von Trachonitis, die vom Kaiser dem Zenodorus genommen und dem Herodes überwiesen worden war“, zu der also auch Paneas gehörte, aus Arger, dass sie nicht mehr vom Raube leben konnten, bei der falschen Nachricht vom Tode des Herodes vom jüdischen Reiche abfielen und von neuem auf Raub ausgingen. Um jene Bevölkerung im Schach zu halten, sah sich Herodes nachher veranlasst, 3000 Idumäer dort anzusiedeln. Wir sehen also auch aus dieser Stelle, dass Paneas keine jüdische Bevölkerung hatte. Dass das Verhältnis auch so in späterer Zeit blieb und jedenfalls die Einwohnerschaft nur geringen Verschiebungen ausgesetzt war, geht aus Schürer. Geschichte des Volkes Israel, Band II Seite 158 hervor. Seine Ausführungen sind folgende: ״To Jlavsiov heisst eigentlieh die dem Pan geweihte Grotte am Ursprung des Jordan. Sie wird unter diesem Namen zuerst von Polybius zur Zeit Antiochus des Grossen erwähnt, der dort im Jahre 198 den entscheidenden Sieg über den egyptischen Feldherrn Skopas erfocht, infolge dessen ganz Palästina in seine Hand fiel. Schon diese frühzeitige Erwähnung lässt auf eine Hellenisierung des Ortes im 3. Jahrhundert v. C. sehliessen. Jedenfalls war die Bevölkerung der dortigen Gegend, wie auch deren weitere Geschichte zeigt, eine vorwiegend nichtjüdische. In der ersten Zeit des Herodes gehörte die Landschaft Panias einem gewissen Zenodorus. Nach dessen Tode im Jahre 20 wurde sie von Augustus dem Herodes geschenkt, welcher in der Nähe der Pangrotte einen prachtvollen Augustustempel erbaute (ant. XV, 10, 3; b. j. I, 21,3.); der Ort, welcher daselbst lag, hiess ursprünglich wie die Landschaft Haviäg oder Ilavsdc. Zu einer ansehnlichen Stadt wurde es aber erst durch den Tetrarchen Philippus, den Sohn des Herodes, umgeschaffen. Dieser legte die 'Stadt neu an und nannte sie zu