Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 224)
- Language
- German
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218 Völker sollen den Götzen spenden ausser den Juden, und es spendeten die Kntäer.“ Ohne weiteren Grund, nur weil Clinton behauptet, dass Diokletian nicht nach Palästina gekommen sei, bemerkt Grätz im Bd. IV3 S. 302 Anm.: ״Die Zeitangabe (soll wohl heissen die Angabe): ״Als Diokletian hierherkam“, ist ungenau, da dieser Kaiser nur während des persischen Krieges in Syrien (und nicht in Palästina) war.“ Andererseits aber hält er sich so wenig an Clinton und widerspricht sich derart, dass er auf derselben Seite uus erzählt, dass Diokletian von Paneas aus den Patriarchen Juda zu sich bestellte; Paneas jedoch ist, wie wir bereits erwähnt haben, eine Stadt Palästinas, nicht weit von Tiberias entfernt. Eine dritte Stelle des palästinensischen Talmuds, die uns beweist, dass Diokletian sich in Palästina aufgehalten habe, befindet sich im Traktat Schewiit P. 9 H. 2. Sie beginnt: ״Diokletian bedrückte die Einwohner von Paneas . . .“ Es erübrigt uns noch einen Einwand zurückzuweisen, den Frankel gegen die Beweiskraft der von uns zitierten Talmudstellen erhebt. Angeregt durch den Widerspruch, der darin liegen soll, dass Diokletian, der den Juden wohlgesinnt war und sie allein, wie aus Aboda Sara hervorgeht, nicht zwang, den Götzen zu spenden, sie andrerseits durch Uebergriffe gereizt haben soll, meint er, dass Diokletian sich nur als Feldherr Uebergriffe erlaubt habe, als Kaiser jedoch sich den Juden wohlgesinnt gezeigt habe; alle jene Talmudstellen bezögen sich daher auf Diokletian als Feldherrn, als Kaiser jedoch wäre er nie nach Palästina gekommen. Ueber die Tatsache, dass in den erwähnten Talmudstellen sich neben Diokletian der Zusatz Malka (König) befindet, setzt sich Frankel kurzer Hand mit der Behauptung hinweg, dass der Zusatz Malka bei Diokletian auf den Feldherrn hinweist, da sonst der Titel ״Kaiser“ stehen müsste. Sehen wir, wie Halevy diesen Einwand in sein Nichts zurückführt. Zunächst übersieht Frankel, dass auch in der Talmudstelle Aboda Sara, welche er selbst als Zeugnis für die Judenfreundlichkeit Diokletians zitiert, und die sich mithin auch nach ihm auf den Kaiser Diokletian beziehen muss, die Bezeichnung Malka steht; ausserdem irrte er in den sonstigen Beweisstellen, die er für seine Ansicht erbringt.