Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 225)
- Language
- German
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219 Er bezieht sich auf Joma P. 4 H. 4; allein dort wird dem Diokietian Hadrian gegenübergestellt und, wie mit Hadrian nur der Kaiser gemeint sein könne, so auch mit Diokletian. Eine weitere Beweisstelle glaubte er in Berachot P. 3 H. 1 zu linden, öie lautet: ״Es lehrt K. Jannai: Ein Priester darf sich verunreinigen, um einen König zu sehen. Als Diokletian hierher kam, sah man den ß. Chija bar Abba über die Gräber von Zur (Tyrus) schreiten, um ihn zu sehen“. Frankel übersieht, dass die gesetzliche Be- Stimmung, dass ein Priester sich verunreinigen dürfe, nur Geltung hatte, wenn es sich darum handelte, ein gekröntes Haupt zu sehen, dass also auch hier unter ״Diokletian Malka“ der König und nicht der Feldherr verstanden werden kann. Aus alldem geht für uns mit Sicherheit hervor, dass Diokietian sich als Kaiser längere Zeit in Palästina aufgehalten und im Grossen und Ganzen sich als ein den Juden wohlgesinnter Herrscher gezeigt habe. Die zuletzt zitierte Talmudstelle Berachot P. 3 H. 1 lehrt uns ausserdem, dass Diokletian als Kaiser auch längere Zeit in Zur (Tyrus) weilte; dasselbe geht auch aus Aboda Sara P. 1 H. 4 hervor, wo uns berichtet wird, dass man auf dem Marktplatze von Tyrus die Inschrift fand: ״Ich König Diokletian weihte diesen Marktplatz von Tyrus dem Glücke des Hereulius, meines Bruders, für 8 Tage (wohl im Jahre)“. Nun wissen wir, dass Diokletian, nachdem er den Thron bestiegen hatte, den Maxirnianus zum Mitkaiser ernannte und ihm den Namen Hereulius gab• Siehe Mommsen, der aufS. 417 ausführt: ״Diokletian gelangte am 17. Sept. 284 auf den Thron, nachher ernannte er im J. 285 den Maximianus zum Mitregenten Caesar und am 1. April 286 zum Mitkaiser Augustus“. Unbedingt muss daher die Inschrift in Tyrus erst verfasst worden sein, als Diokletian bereits Kaiser war, und noch später kam der Bericht darüber in den jerusalemitischen Talmud; trotzdem wird Diokletian Malka genannt; ein weiterer Beweis, dass Malka nicht Feldherr, sondern Kaiser bedeutet. Wenn wir nun noch einmal das gewonnene Kesuftat zusammenfassen, so ergibt sich für uns, dass Diokletian sich längere Zeit in Paneas, unweit Tiberias in Palästina, als Kaiser aufgehalten habe, und dass er von dort aus mehrere Verfügungen bezgl.