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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1903-01-01 · (I.) 1903 - 5664 (1903) · page 121

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
(I.) 1903 - 5664 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 121)
Language
German
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115 Anhang zum I. Teil. I. Pseudosulzbachlsche Drucke. Dem aufmerksamen und sachkundigen Leser dürfte es aufgefallen sein, dass in unserem 2., bibliographischen, Teil eine Anzahl von Büchern fehlen, die bisher allgemein als Sulzbacher Drucke galten und auch als solche in den bibliographischen Handbücher verzeichnet sind —; in Wirklichkeit sind sie ausnahmslos Fürther Ursprungs. Es spricht für die Beliebtheit und das Ansehen unserer Druckerei, dass Fürther Offizinen Jahrzehnte lang sich nicht trauten, unter eigener Flagge liturgische Werke (wie Machsorim, Gebetbücher aller Art), Maggidim, Kalender und andere beim Volke beliebte Bücher in die Welt zu schicken; sie suchten darum in mehr oder minder offener Weise den Eindruck zu erwecken, als seien ihre Werke in Sulzbach gedruckt. Seltener geschah dies bei gelehrteren*) Büchern. Als erster Drucker kommt hierbei in Betracht der Buchhändler und Buchdrucker Izik b. Loeb Buchbinder**) in Fürth. Er eröffnete um 1760***) im Hause des Baruch Jafe in der Alexandergasse eine Druckerei. Dadurch dass er die Tochter des Sulzbacher Druckherrn Meschullam Salman heiratete, trat er mit diesem in innige Familien- und Geschäftsverbindungen; er war auch ein tapferer Mitkämpfer seines Schwiegervaters im Amsterdamer Streit. Salman wollte den Schwiegersohn natürlich bei der Geschäftsbegründung unterstützen, gab ihm eine Anzahl seiner Drucke****) in Verlag und duldete wahrscheinlich gern, dass Izik durch Hervorkehrung des Ortes ״Sulzbach“ seinen Produkten *) Z. B. das 531 ספר אהל משה; St. 4384; Z. 6; Bj. S. 20 No. 391 (1765!) **) ב״ב. St. in E. und Gr. a. a. O. löst diese Abkürzung in (Izig b. Loeb) Bamberg (!) auf; auch die bei Biberfeld »die Hebräischen Druckereien zu Karlsruhe i. B.“ 1898 S. 32Anm. 24 erwähnte Abbreviatur ביב ist vielleicht in ״Buchbinder“ aufzulösen. ***) Sein erster Pseudosulzbacher Druck ist ein 521 שבט מוסר, Z. 234; er nennt dieses Buch ראשית ממלאכתי (mein Erstlingswerk). **) Besonders in der Zeit des Sulzbacher Stillstands nach 1771 mehrten sich Iziks Drucke unter Sulzbacher Flagge.

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