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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1903-01-01 · (I.) 1903 - 5664 (1903) · page 120

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
(I.) 1903 - 5664 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 120)
Language
German
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114 Sulzbacher Produkten und unter bisheriger Firma hielt noch ein Jahrzehnt den Ruf der Sulzbacher Offizin. Ein Stück ruhmreicher Geschichte sank mit dieser Druckerfirma Frankel-Arnstein ins Grab. Sie führte uns aus der trüben Zeit der Wiener Judenaustreibung in das Reich aufgeklärter, humaner Weltanschauung. IV. Periode. Haium Frank. 1839—46. Was die früheren Glanzperioden nicht gebracht hatten, das sollte der Stadt Sulzbach jetzt beschert werden: 2 hebräische Druckereien gleichzeitig. Wie ein Hohn auf die von uns geschilderten Verhältnisse erscheint es, dass Haium Frank i. J. 1839 eine Druckerei begründete; auch er aber musste sich ihnen unterwerfen; es half ihm auch nichts, dass er die Heidenheimschen Werke nachdruckte. Die Firma krankte an denselben Gebrechen, wie die Arnsteinsche. Dieser Konkurrenz zu bieten, war sie von Anfang an begründet, sie tat es dadurch, dass sie alle eingeführten Arnsteinschen Bücher z. T. wörtlich und auch in der äusseren Gestalt und Anordnung genau kopierte, nachdruckte, damit auch den letzten Rest vom Kundenkreis der Arnsteinschen Firma einschränkend. Gebetbücher für alle Tage und alle Sonderfälle, Psalmen und Pentateuche, das war das ständige Repertoire dieser Periode. Ueber H. Franks persönliche Verhältnisse ist nur soviel zu berichten,*) dass er aus der Arnsteinschen Druckerei hervorgegangen ist. Er war nicht aus Sulzbach gebürtig. Da er seine kinderreiche Familie auf die Dauer bei dem schlecht rentierenden Druckgewerbe nicht ernähren konnte, so wanderte er bald nach Amerika aus. Er soll sogar keine eigene Presse besessen, vielmehr die v. Seidlsche Druckerei seine Erzeugnisse gedruckt haben. Die Nachfolgerin der letzteren, die Druckerei des Herrn Kommerzienrats Wotschak besitzt noch die hebräischen Typen aus jener Zeit. *) Mündliche Mitteilung noch lebender Zeitgenossen, insbesondere des Herrn Heinrich Haymann in Amberg.

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