Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 115)
- Language
- German
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109 Arnstein stand in glänzender Blüte da, eines der angesehensten und grössten jüdischen Handelshäuser in ganz Bayern. In der Gemeinde Sulzbach selbst genossen sie das grösste Ansehen, nicht weniger durch ihren Wohltätigkeitssinn, als durch ihre glänzenden materiellen Verhältnisse. Elias Arnstein, Salomon Arnstein, Arnold Arnstein (ihr Bruder), sie alle wurden in ununterbrochener Aufeinanderfolge als Vorsteher der Gemeinde gegewählt, und so lange noch die Familie in Sulzbach durch ein Mitglied vertreten war, wurde aus ihrer Mitte, gleichsam als etwas Selbstverständliches, der Leiter der Gemeinde genommen. Als letzter verwaltete das Amt der jetzt in Fürth als angesehener Fabrikant wohnhafte Herr Siegmund Arnstein. Er war noch in seinen Jugendjahren in dem Komptoir der väterlichen Offizin beschäftigt, und manche Aufklärung über die jüngere Zeit verdanke ich seiner Freundlichkeit. Das Los der Vergänglichkeit blieb auch der Arnsteinschen Druckerei nicht erspart. Die ersten Zeichen des nahen Verfalls pochten an die Pforten. I. J. 1800 war in Oesterreich ein Einfuhrverbot für alle im Ausland gedruckten hebräischen Bücher*) erlassen worden. Im Dezember 1806 wurde daraufhin eine grosse Sendung von Seckel Ahron nach Oesterreich exportierter Bücher hier in Beschlag genommen. Seckel wandte sich direkt an den König in München mit der Bitte, eine Aufhebung jener Verordnung sowohl, als der Beschlagnahme seiner Bücher herbeizuführen. Daraufhin erging an die kgl. bayer. Gesandschaft in Wien folgender Erlass, nach einer vorliegenden Abschrift: ״Max Josef König. ״Indem Wir Unserer Gesandtschaft in Wien wiederholte ״Vorstellung des hebräischen Buchdruckers in Sulzbach, Seckl ״Aaron vom 15. 1. M. in der Urschrift zuschliessen, ertheilen wir ״derselben zugleich den Auftrag, die am 19. April 1. J. anbe- ״fohlene Verwendung für diesen Unterthan nunmehr mit der Er- ״klärung zu erneuern, dass man im Falle der jenseitigen Ver- ״Weigerung der Spedition der den! Supplikanten im Dezember *) Darum auch seit dieser Zeit nur selten Bücher für den in den östreichischen Ländern geltenden polnischen Ritus in Sulzbach gedruckt wurden.