Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 111)
- Language
- German
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105 iehrer. Neben der Druckerei betrieb er einen schwunghaften Schnittwarenhandel. ״Seckel Ahrons weitschichtige Buchdruckers- und Handelsgeschäfte erfordern das Jahr hindurch öftere und anhaltende Keisen ins Ausland/‘ so berichtete das Landgericht, das damit seine Bedenken gegen Seckeis Wahl als Vorsteher, zum Ausdruck bringen wollte, am 15. Febr. 1802 an die Landesdirektion in Amberg. Ueber seine Drucke ist manches Lobenswerte zu sagen. Er war gleichsam in dem Druckbetrieb auf ge wachsen, da er schon in der Offizin des Vaters tüchtig beschäftigt worden war. Noch mehr als seine Vorgänger verlegte er sich auf den Ausbau der Verlagsdruckerei, die immer mehr in Blüte kam. Vor allem aber bemühte er sich, die Ausstattung der Bücher mehr dem Geschmacke und dem Bedürfnis der Neuzeit anzupassen. Die Typen wurden schärfer, die Druckerschwärze intensiver, das Papier besser, die Anordnung des Bücherinhalts übersichtlicher. Die Buchtitel hoben sich scharf aus dem Geleittext des Titelblattes hervor, die Jahreszahl wurde durch hebräische Buchstabenziffern ausgedrückt, nicht mehr durch ganze Sätze, aus deren durch Druck hervorgehobenen Buchstaben man sie erst zusammen summieren musste. Neben die hebräische trat die arabische Paginierung, späterhin auch an Stelle der Blattdie Seitenzählung. Die alten, von Generation zu Generation weiter vererbten, stereotypen Titelbilder, die zuletzt kaum noch das dargestellte Ereignis oder die Personen erkennen Hessen, wurden völlig ausrangiert. Die Titelverzierungen fielen ganz fort. Vereinzelt wurden allerdings anfangs noch Matrizen und stehengebliebene Sätze aus der alten Zeit verwendet. Dagegen bleibt die Sorglosigkeit in der Korrektur auch' weiterhin ein Tadel der Sulzbacher Offizin. Insbesondere fällt jetzt sogar oft die falsche Angabe des Erscheinungsjahres*) auf. In Ausübung einer Bestimmung des Edikts v. J. 1818 nahm Seckel Ahron im selben Jahre den Familiennamen Arnstein**) an. *) Vgl. No. 342 ff. **) Zum letzten Male fand ich den früheren Namen ״Seckel Aron“ auf dem Kalender für 1813 (573); auch in seiner gleich zu behandelnden Eingäbe, den Wollhandel betr., vom 17. Sept. 1813, nennt er sich noch Seckel.