Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 110)
- Language
- German
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1Ö4 sei durch das Edikt vom 10. Juni 1813 in dem früheren Umfang aufgehoben. Die über die Beschwerdeführer verhängten Strafen wurden kassiert. Daraufhin legte Seckel sein Amt nieder und erklärte, keine Wiederwahl anzunehmen. Aber die Gemeinde wählte ihn dreimal wieder, nachdem zweimal eines Formfehlers wegen die Wahl als ungiltig erklärt worden war. Trotzdem weigerte er sich entschieden, das Amt anzunehmen, so lange die Behörden ihm nicht Garantieen und Beistand für die Durchführung seiner Anordnungen zusichern würden. Erst als dieses geschehen war, gab er seinen Widerstand auf. Am 8. Aug. 1798, also 2 Jahre nachdem Seckel selbständig die Betriebsleitung der Druckerei übernommen hatte, erging von der kurf. simultanen Religions- und Kirchendeputation in Sulzbach an den Regierungsrat Tretzel der Auftrag, in Gemeinschaft mit Landrichter Bedall eine Revision der Druckerei vorzunehmen. Diese Revision hatte nicht etwa eine gegen Seckel gerichtete Spitze, auch gegen die übrigen Druckereien wurde sie damals ausgeführt.*) Es galt festzustellen, ob nicht etwa eine ״Winkelpresse“, mit der verbotene Schriften hergestellt werden, vorhanden sei. Im vorliegenden Fall sollte die Kommission auch ihr Augenmerk darauf richten, ob ausser hebräischen noch andere Lettern vorhanden seien; aus dem Kommissionsbericht erfahren wir, dass 4 Pressen im Gang waren, aber keine Winkelpresse; dass ferner die sorgfältig untersuchten ״Schriften- und Buchstaben-Kästen nichts als Hebräische Lettres enthalten, keineswegs aber teutsche, französische, lateinische und griechische Buchstaben in sich gefasset haben.“ Nach einer Steuerliste aus d. J. 1807 waren damals 8 Druckergesellen dauernd in der Offizin beschäftigt, die als Mitglieder der Familie galten; nebenbei aber wird in dieser Liste als selbständiges Gemeindemitglied ein Salomon Ahron aufgeführt, der gleichfalls in der Druckerei seine Existenz fand. Seckel war schon damals weitaus der Begütertste der ganzen Gemeinde. Für seine Kinder, 7 an der Zahl, hielt er einen eigenen Haus- *) Vgl. über dieses ״Büchergericht“ Gack ״Geschichte des Herzogtums Sulzbach“ 1847 S. 387 f.