Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 98)
- Language
- German
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92 viert hielt; hierfür musste er aber das jährliche Schutzgeld auch während seiner Abwesenheit weiterzahlen; allerdings wurde es später bis zu seiner allenfallsigen Rückkunft ausnahmsweise von der Regierung auf die Hälfte moderiert. Im Jahre 1756 zedirte Sara, da Seckel die Absicht einer Rückkehr definitiv aufgegeben hatte, die von ihr behauptete Schutznummer ihrem Schwiegervater Salman. Dieser, der natürlich das auf dieser Schutznummer lastende Schutzgeld neben dem seinigen auf sich nehmen musste, hatte dadurch das Recht erworben, einen zweiten Sohn in Sulzbach zu verheiraten, weil dieser keine neue Schutzstelle gründen, sondern in eine bereits bestehende eintreten würde. (Res. d. d. 16. III. 1756). Tatsächlich geschah dies auch i. J. 1765 durch den dritten Sohn, Naftali; über diesen sowie Salmans Schwiegersohn Izik Buchbinder in Fürth wird später ausführlich zu reden sein. Seckel starb um 1770, ohne irgendwie weiter hervorgetreten zu sein; ein Sohn von ihm war wohl der Setzer Moses b. Seckel (III No. 54). Ein vierter Sohn, Moses Löw Salomon, betrieb ein selbständiges Geschäft, das aber durch Ungunst der Zeit derart in Verfall geriet, dass er i. J. 1782 ״bloß als ein Buchdrucker“ (-Setzer) bei seinem Bruder Ahron sein Brod verdienen musste. Im genannten Jahre kam ein Verlust von 1800 fl. hinzu, und er? der anfangs sehr reich war, musste seine Möbel und seine ganze Habe verkaufen, um seinen aus 6 Personen bestehenden Haushalt erhalten und die Schutzgelder, deren Moderirung von der Regierung abgelehnt war, erschwingen zu können; er hatte sich 1771 verheiratet; sein Sohn Abraham heiratete später Naftalis Tochter, ein anderer Sohn, Wolf, war mit Rahel Katzenellenbogen verheiratet.*) Ueber den fünften Sohn, Lipmann, ist ausser dem bereits Gesagten (oben S. 86 ff.) nichts bekannt. Salmans wirtschaftliche Verhältnisse hatten sich unter dem Erfolg des Talmuddruckes sehr gebessert; er, der um 1755 am Rande des völligen Ruins stand, gehörte nach einer Veranlagungsliste vom 29. August 1765 mit seinem Sohn Ahron zu den Begütertsten der Gemeinde. Aber die Aufregungen des Kampfes mit Amsterdam waren nicht spurlos an ihm vorübergegangen.**) Vielleicht auch, dass *) Vgl. weiter die Auszuge aus dem Memorbuch. **) Bitter beklagt er sich über die Gehässigkeit der Props am Ende