Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 97)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3486266-3486267--0097-3486456- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
91 dieser Salinan zugestellt. Er verwahrt sich energisch gegen die Angriffe Abts. Er habe nie Unbilliges verlangt; A. selbst habe ihn oft veranlasst, auf Borg grössere Quantitäten Papier zu nehmen; die Regierung bittet er schliesslich, einen Vergleich zu vermitteln auf folgender Grundlage : Abt solle ihm jährlich 20—25 Ballen gut geleimtes Kanzlei-Winterpapier liefern, das Buch zu 24 Bogen, das Format um r3 Zoll breiter als der beigelegte Probebogen von Hauritz No. 3, und die Lieferungszeit 3—4 Wochen vorher ankündigen. Dafür wolle er den geforderten Preis von 16 fl. 30 kr. zahlen und sogar jährlich vor Beginn der Winterarbeit 75 fl. Vorschuss leisten. Ausserdem wolle er jährlieh 8 Ballen gewöhnliches Druckpapier um den üblichen Preis nehmen. — Er legte der Regierung 3 Probebogen in der gewünschten Qualität bei, damit sie dieselben abstempele und je einen Bogen selbst behalte, bei Abt und bei ihm (Salman) als Beleg deponiere. Die Regierung legte am 29. August 1655 als Vermittlerin dem Abt diese Vorschläge vor, und der Streit war beigelegt. — Zur besseren Beleuchtung sei darauf hingewiesen, dass in dieses Jahr (1755) der Beginn des Talmuddruckes fällt, wozu S. viel Druckpapier benötigte. Ebenso wie sein Berufsleben war auch Salmans Familienleben reich an Abwechslung und manchen Fehlschlägen. Ueber Ahron, seinen ältesten Sohn, wird weiterhin genügend zu sprechen Gelegenheit sein. Eine Tochter, Fradel, verheiratete sich im Frühling d. Js. 1753 mit Is. Raphael, ältestem Sohn des Goldstickers Raphael Seligmann in Sulzbach. Ein zweiter Sohn, Seckel Salomon, verheiratete sich mit Sara*), der Witwe Meier, Blochs, i. J. 1748. Da er in Sulzbach kein Auskommen fand, liess er sich i. J. 1755 in Schopfloch bei Dinkelsbühl als ״Schulsinger“ der dortigen Gemeinde nieder, wobei er sich aber für eine etwaige Rückkehr seine Schutznummer in Sulzbach reser- *) Nach dem Freiheitsbrief für die Juden des Herzogtums Sulzbach vom J. 1744 hatte jeder Vater nur das Recht, einen Sohn in Sulzbach heiraten und ansässig werden zu lassen. In diesem Falle hatte zwar Ahron schon Schutzrecht, trotzdem stand auch Seckeis Heirat nichts im Wege; er begründete keine neue Schutznummer, trat vielmehr in die von Sara er. erbte des verst. Meier Bloch ein; der Schutz war auch fernerhin an Saras Person, nicht an die Seckeis, gebunden.