Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 96)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486267--0096-3486455- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
90 früher genannten Freunde nicht zustande gekommen. Vor allem aber war es sein Schwiegersohn Izik Buchbinder in Fürth, welcher mit Energie und Sachkenntnis (er war selbst Druckherr) die Interessen des Schwiegervaters in Fürth, diesem Vorort der Sulzbacher Druckerei, vertrat. Das gleiche ist von Salmans Solin Lipmann, daselbst, zu sagen. Im sozialen Leben der Stadt Sulzbach war er ein bedeutender Faktor. Er brachte durch die Grossartigkeit seines Betriebes dem Heimatsort vielseitigen Nutzen; die Behörden kamen daher auch allen seinen Wünschen möglichst weit entgegen. So beschwerte er sich einst bei der Regierung gegen den ״Papierer“ Johann Christian Abt in Sigras, einem Dorfe bei Sulzbach, dass dieser Papier, z. T. auch Lumpen ״ausser Landes gebe, ehe und bevor die hiesige Buchdruckern genugsam versehen seyn.“ Sofort wurde dies regierungsseitig dem Abt für die Zukunft verboten״ bey Vermeydung der ohnfehl baren zu ge warten habenden Landes Ausschaffung“. Abt replizierte (6. Juni 1755), dass Salman alles auf Borg kaufe, dass er die Preise drücke, indem er z. B. das zur Probe beigelegte Papier, ״den Ballen vor 16 fl. haben will,“ wo doch der Papiermacher von Hauritz das gleiche zu 18 fl. der Regierung liefere; dabei sei das seinige höher, breiter und feiner. Salman aber verlange noch höheres Format und 25 Bogen auf das Buch. Da aber, ihn ausgenommen, kein Sulzbacher Drucker derartiges Papier benutze, so sei er (Abt) gezwungen, zu exportieren. 4 Papiermacher seien in den letzten Jahren in Sigras zu gründe gegangen. Salman verlange überdies meist ungeleimtes Papier, biete aber nur 11 fl. für den Ballen, dabei solle es die feinste Qualität sein. — Der Bach in Sigras sei, da er auch zur Wäsche benutzt werde, derart schmutzig, dass er nur braunes Gold-Schlag-Papier und andere schlechte Sorten herzustellen im stände sei —, er könne daher nicht nur gutes Papier liefern, Salman solle ihm auch schlechtere Qualitäten abnehmen. Schliesslich erklärt er sich bereit, zum Preis von 16 fl. 30 kr., das Buch zu 24 Bogen gerechnet, jährlich 6—8 Ballen an die Sulzbacher Drucker ablassen zu wollen, mehr könne er nicht liefern, wolle er sich nicht die Kundschaft für Schreibpapier verscherzen. Das an die Regierung gerichtete Schreiben wurde von