Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 94)
- Language
- German
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88 als eo ipso aufgelöst erklärt, da sie nur im Sinne und Interesse der Props erlassen waren, und diese selbst jetzt auf die aus demselben ihnen entspringenden Rechte verzichteten. Diese III. Sulzbacher Talmudausgabe ist ein genauer Abdruck der vorhergehenden, von der sie sich aber im übrigen nach Sorgfalt des Druckes und der Korrektur unvorteilhaft unterscheidet. Das Titelblatt hat keine roten Typen, wie die vorige Ausgabe, daher die volkstümliche Bezeichnung ״Sulzbach-schwarz“ für diesen Talmud. Im übrigen ging, wie bereits hervorgehoben, der Talmud nicht mehr unter Salmans Firma in die Welt. — Auch bei der Ausgabe der Propheten und Hagiographen*) i. J. 1750 wurde Salman in eine unangenehme Situation verwickelt**). In den Raschikommentar zu den Hagiographen, den er wortgetreu aus früheren Ausgaben herübergenommen hatte, waren Bemerkungen und Zusätze, אגורת שמואל genannt, von einem unbekannten Herausgeber, eingeflochten und von Ausgabe zu Ausgabe mit hinübergenommen worden, an denen jetzt eine Reihe von zeitgenössischen Rabbinern Anstoss nahm. Diese Zusätze nämlich waren oft profanen Inhalts und der Tradition widersprechenden Charakters. Da nun grade dieses Werk bei dem Volke sehr beliebt und verbreitet war, so wurde im Laufe der Zeit bei der kritiklosen Menge die Anschauung erweckt, die ganze Erklärung rühre von Raschi her, und der Name des letzteren war in Gefahr, die Handhabe zu unreligiösen und gotteslästerliehen Bibelerklärungen zu bieten. Nur mit Mühe und Not gelang es Salman, den Rabbinern klar zu machen, dass ihm bei der früheren Herausgabe der Maggidim Tendenzen, wie sie in den angeführten Zusätzen ausgesprochen werden, völlig ferngelegen hätten. Sein einziger Entschuldigungsgrund war, er habe geglaubt, das, was die früheren Drucker anstandslos und unangefochten hätten tun dürfen, sei auch ihm erlaubt. Damit war die Angelegenheit erledigt. Die erwähnten Zusätze blieben für alle Zeiten ausgemerzt. Salmans letztes grosses und nach dem Talmud bedeutendstes *) Maggidim genannt, vgl. oben S. 56 Anm. **) Näheres ist uns aus Salmans eigener Vorrede zu dieser Ausgabe bekannt