Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 93)
- Language
- German
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87 Grundlage des Ausgleiches bildete eine von Lipmann an die Props herausgezahlte Geldsumme. Lipman, bezw. seine Kornpagnons, erhielten die Erlaubnis, einmal den Talmud zu drucken unter der Bedingung, dass er innerhalb 7V2 Jahren*) beendet würde. Der Druck durfte nur in Sulzbach oder Fürth vor sich gehen; die Druckerlaubnis durfte an keinen andern zediert werden. Eine Approbation, sei es, von wem immer, durfte dem Talmud nicht beigegeben werden, diejenige J. Landaus ausgenommen. Doch Hessen sich die Props später noch erbitten, auch die Approbationen Jos. Steinharts und Sauls zu gestatten. Sie verpflichteten sich auch, auf alle gegen Sulzbach zu erhebenden, dem Bannspruch entspringenden, weiteren Ansprüche zu verzichten und niemand sonst eine Erlaubnis zum Talmuddruck zu geben. Die geringste Uebertretung obiger Punkte sollte für Sulzbach die Aufhebung der Druckerlaubnis, auch für nur ein Blatt, zur Folge haben. Die von den Props auszustellende Druckerlaubnis, welche die Vertragsbedingungen enthielt, musste von ihnen, unterzeichnet vom Rabbinat**) in Amst., als erstes Blatt, dem Talmud vorausgestellt werden, was auch geschah.***) Der Vertrag wurde ausgefertigt am 22. Tamus 525 (1. Juli 1765). Dieses letzte Stadium des Kampfes hat also fast 2 Jahre gedauert. — Angenehm be. rührt nach den vielen beiderseitigen Gehässigkeiten die konziliante Form, in der dieser Vertrag abgefasst ist. Auch R. J. Landau lässt Salmans Verdienst, das er sich um das Volk durch seine billigen Ausgaben erworben, volle Gerechtigkeit zu teil werden und macht es ihm gradezu zur Bedingung, jetzt, nachdem die Wege geebnet, und die Menge nach dem Sulzbacher Talmud lechze, den Druck so schleunig als möglich zu beenden. Alle gegen S. gerichteten Bannsprüche wurden von den 3 Rabbinern *) So lange hatte der Druck des vorigen (״rothen“) Talmud gewährt. **) Dieses bestand damals aus Saul, Uri Pheibsch b. Jos. Hammelburg, Izik b. Abr. Käser (קעור). ***) Dieses Blatt fehlt in den meisten vorhandenen Exemplaren. Jos, Steinhart, in dem erwähnten Responsum, erinnert an einen ähnlichen Appro* bationsstreit, der in Prag 5380 von Lipmann Heller geschlichtet wurde. Es betraf Nos. Alscheichs Erklärung auf die ersten Propheten מראות הצובאות, ed. Prag 380. Das Ausgleichsübereinkommen ist hinter dem Buche Josua abgedruckt.