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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1903-01-01 · (I.) 1903 - 5664 (1903) · page 92

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
(I.) 1903 - 5664 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 92)
Language
German
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86 iiutzung des mit so schwerem Bann belegten Sulzbacher Talmuds und befragten sich bei ihrem zuständigen Rabbiner, ob er ihnen das Studium daraus gestatte. Die Rabbiner von Kopenhagen und Hannover*) verboten den Ankauf des Werkes. Ein gleiches Verbot erging von den Gemeindeverwaltungen und Rabbinaten in Brisk und Posen. Auch auf ganz Eisass wurde in Ueberein- Stimmung mit dem Rabb. Jos. Steinhart diese Verordnung ausgedehnt; wahrscheinlich hat das von uns bereits erwähnte Vorgehen R. Jecheskel Landaus**) auch andere benachbarte Rabbinate zu ähnlichen Schritten veranlasst. In diesem letzten Stadium bemühte sich besonders der Letzt־ genannte einen gütlichen Ausgleich herbeizuführen. Jedenfalls aber von grösstem Einfluss für Salmans endliches Entgegenkommen war Steinharts Verhalten. Dieser hatte das Fürthei Rabbinat jetzt angetreten. Damit war der Sulzbacher Drucker der wichtigsten autoritativen Stütze, die er bisher hatte, beraubt, des Fürther, also des eigenen Rabbinates. Denn Steinharts aufrichtige Sympathieen für ihn äusserten sich in negativem Sinn. So sah sich Salman, obwohl von den meisten Rabbinern der Zeit mit Anerkennung überhäuft, praktisch isoliert. Gegen den Willen der Amsterdamer, Fürther und Prager Rabbinate den Talmud dennoch zu drucken, wäre ein selbstmörderisches Unternehmen gewesen. So tat denn Salmans Sohn, der in Fürth ansässige, sehr angesehene Lipmann, den ersten Schritt zum Ausgleich, auf diese Weise dem greisen Vater pietätvoll diese Demütigung ersparend; auch noch andere Vermittler wirkten mit.***) Die *) Ein Sohn des verst. Frankfurter Rabbiners Jakob Josua. Von diesem berichtet er, dass er einem solchen Verbote auch geneigt gewesen sei; der Bannspruch in Brisk erfolgte am 4. Cheschwan 524 (11. Okt. 1763), in Posen am 23. bezw. 30. desselben Mts. **) Die Worte in Landaus Approbation zu dem in Rede stehenden Sulzbacher Talmud (schwarz) הרבה שריפח (!) שהיו במדינת פולין בכמה קהלות קדושים משך השנים הללו ועלתה תורת ה' בלהב השמימה sind jedenfalls wörtlich aufzufassen; sie beweisen, dass in vielen Gemeinden Polens Verbrennungen des Talmuds stattgefunden haben, wodurch sogar ein fühlbarer Mangel an Talmudexemplaren eingetreten war. ***) Jedenfalls Geschäftsfreunde, die an dem Zustandekommen des Sulzbacher Talmuds interessiert waren, vielleicht dieselben, mit deren Unter Stützung der Druck zu stände kam (vgl. No. 241), also ausser Lipmann auch Abr Wetzlar aus Fürth.

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