Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 89)
- Language
- German
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83 -ll.Kislew: R. J011. Löb Levi, Grätz, Lehrer am Lehrhause des R. Daniel Berlin; 11־. Kislew; Sal. Salman Auerbach, Miedzychod; -Kislew: Mord. b. Samuel Sanwel, וארגיק, sämtlich z. Z. in Fft. a. 0.— Unter Beifügung der zuletzt behandelten Briefe gab nun Salman noch eine dritte Schrift heraus. Er bemerkt hier: Tausende (!) hätten Vorausbestellungen auf den Talmud gemacht und z. T. vorausbezahlt. Der Druck habe ihm mehr als 10000 fl. Unkosten bereitet. Jeder Tag des Zögerns seitens der Props bedeute für ihn immensen Schaden. Auch der nach Fürth gewählte Rabb. Jos. Steinhart stellt sich in einem Briefwechsel mit R. Saul ganz auf Salmans Standpunkt. Den Bann der polnischen Rabbiner erklärt er als unverstündlich, als unwirksam und widersinnig; er trägt nicht das geringste Bedenken, jedem ausdrücklich die Benutzung eines bereits angekauften Sulzbacher Talmuds zu gestatten. Die Ausführungen bewegen sich ganz auf halachischem Gebiet. St. verspricht, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um den Frieden zwischen den Parteien herbeizuführen, und wahrscheinlich ist der friedliche Ausgang nur seinem Dazwischentreten zu verdanken.*) So waren die Props mit ihrem Standpunkte ganz isoliert, als durch das Eingreifen und durch das Machtwort einer überragenden Persönlichkeit die ganze Sachlage eine Wandlung zu *) Besonders gelang es ihm, den unerbittlichen Sinn des gleich zu erwähnenden R. J. Landau milder zu stimmen. Steinhart kann sich den Bann der polnischen Rabbiner nur durch Schreibfehler, bezw. Missverständnisse des Abschreibers erklären. Mit grösstem Scharfsinn verteidigt er bis in die letzten Konsequenzen den Sulzbacher Standpunkt; auch nicht eine einzige These unter den Amsterdamer Behauptungen, die er nicht widerlegt hätte• Um so verwunderlicher ist es, dass er dennoch in den Gemeinden seines Rabbinats den Ankauf des Sulzbacher Talmuds verbot, ln dem Responsum wird diese Amtshandlung nicht motiviert. Sie wird auch in פחח עינים S. 16, u. zw. als sich über ganz Eisass erstreckend, erwähnt. — Vermutlich wollte er, der jetzt als Rabbiner von Fürth gewählt war, auch nur den Schein der Voreingenommenheit vermeiden; auch J. Landau, der ihm sein in Prag erfolgtes Talmudverbot brieflich mitteilte, mochte (obwohl St. seine Gründe für nicht stichhaltig hielt) auf St.’s Entschliessung eingewirkt haben. Der II. Teil des Responsums erging nach dem Prager Bannspruch. Das Fallenlassen Salmans durch St. war für den ersteren wohl der härteste Schlag, der ihn treffen konnte.