Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 67)
- Language
- German
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ו6 in vorsichtiger Weise schon vorher eines Attestes des in Sulzbach als Zensor fungierenden Inspektors Meinel versichert, das er seinem Gesuche beilegte. Es wird dort bestätigt, dass der als Vorlage dienende Talmud Fft. a. 0. 1716 zum II. Mal dort unter ״Römisch-Kayserlichen u. Königl. Polnisch u. Preussisehen Privilegiis bei Michael Gottschalk . . . herausgekommen“ und ״nicht nur von dem in der Hebräischen Sprache Grundgelehrten, ehemaligen königlich-preussischen Consistorial-Rath und Hofprediger in Berlin D. Daniel Ernst Jablonsky und dem Professore zu Frankfurt a. 0. D. Grillo censiret, sondern auch nach einer Baßlichen Edition abgedrucket worden, welche Marcus Marinus Brixiens. Canon. Regal. D. Seruatoris recognosciert und von allen den, was wider die Christi. Religion ist, juxta meutern Concilii Tridentini, gesäubert, adeo ut non modo citra inpietatem, uerum etiam cum fructu legipossit.“ Der ganze Talmud war, wie üblich, in 12 Bdn. projektiert. Schon am 24. Mai erfolgte die Regierungskonzession, mit dem Zusatz, dass er jeden Druckbogen dem Inspektor Meinel zur Zensur und von dem fertigen Werk der Regierung 2 komplete Exemplare zu überliefern habe. Ohne Zweifel hat Salman ursprünglich den Plan gehabt, den Talmud ohne Regierungskonzession herauszugeben; wir haben ja in dem Traktat פסחים einen möglicherweise nicht alleinstehenden Vertreter eines bereits begonnenen Talmuds u. zwar grade auf Grundlage des Talmuds Fft. a. 0. — Wir müssen aber zweier wichtiger kaiserlicher Entschliessungen Erwähnung tun, die auf sein Handeln von Einfluss gewesen. Die erste*) lautet: ״Nachdem Ihro Römisch-Kayserl. May. unser allergnädigster ״Kayser und Herr etc. durch ein — an dero Kayserlicher Bücher- ״Commission erlassenes allerhöchstes Rescriptum vom 1. August *) Kopie in KA. A. Rep. 84 No. 763; vgl. No. 152; grossen und nach' haltigen Erfolg hatte dieser Erlass nicht; bald darauf waren die Approbationen so häufig wie früher; die Einzelregierungen scheinen sich um die Durchführung des Erlasses weiter nicht bemüht zu haben; vielleicht wurde aber dadurch die jetzt häufig auftretende Schlussformel der Approbationen veranlasst: והיריות השררה יר״ה במקומה עומדת (etwa ״In die Rechte der Regierung soll nicht eingegriffen werden“‘) u. dgl., die speziell bei Sulzbacher Drucken in den nächsten Jahren regelmässig auftritt.